Gutshaus Eickelberg erwacht aus Dornröschenschlaf: Neue Fenster und Tür für Wintergarten
Gutshaus Eickelberg: Wintergarten mit neuen Fenstern und Tür (31.03.2026)

Gutshaus Eickelberg: Ein historisches Juwel erwacht langsam zum Leben

Im beschaulichen Eickelberg bei Bützow vollzieht sich ein faszinierender Wandel: Das klassizistische Gutshaus, das jahrelang im Dornröschenschlaf verharrte, erwacht Stück für Stück zu neuem Leben. Eigentümerin Anja Kannenberg konnte kürzlich einen bedeutenden Meilenstein feiern – die Einweihung des restaurierten Wintergartens mit vier neuen Holzfenstern und der originalgetreu wiederhergestellten zweiflügligen Eingangstür.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz als wichtiger Förderer

Dieser Fortschritt wurde maßgeblich durch einen Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) ermöglicht. Die Bonner Stiftung unterstützte mit 15.000 Euro die Anfertigung der vier Holzfenster durch einen spezialisierten Tischler sowie die aufwendige Restaurierung der historischen Flügeltür. Ralf Schinke, ehrenamtlicher Ortskurator Rostock der DSD, betonte bei der Einweihungsfeier am 27. März die Bedeutung des Projekts: „Das Gutshaus Eickelberg gehört zu den 660 Denkmalen, die wir allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern.“

Jahrhundertealte Geschichte des Anwesens

Die Historikerin Laura Tack führte die Gäste durch das Haus und vermittelte eindrucksvoll die reiche Vergangenheit des Anwesens. Von 1494 bis 1945 gehörte Eickelberg mit dem benachbarten Gut Eickhof der adligen Familie von Lützow, die zum Mecklenburger Uradel zählte und ab 1494 die Erblandmarschälle Mecklenburgs stellte. Das Gutshaus selbst durchlief im Laufe der Jahrhunderte mehrere Umbauphasen: Der älteste Gebäudeteil zeigt noch originales Lehmfachwerk, teilweise mit Schiefer verkleidet, während das Hauptgebäude um 1800 angefügt und gegen Ende des 19. Jahrhunderts sowie um 1920 weiter umgestaltet wurde.

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Vom Leerstand zur kulturellen Belebung

Nachdem das Haus ab Ende der 1990er Jahre leer stand, hat Anja Kannenberg seit 2021 mit unermüdlichem Engagement begonnen, dem historischen Gemäuer wieder Leben einzuhauchen. Unterstützt wird sie dabei von einem kompetenten Team, darunter Architekt Ludger Sunder-Plassmann, Brandschutzexperten des Ingenieurbüros Langkau und dem DSD-Ortskurator Ralf Schinke. Ein besonderer Moment der Feier war die Andacht von Torsten Heinisch, Prädikant der Kirchengemeinde Bützow, der seine Predigt perfekt auf den Anlass abstimmte: „Dieses Gutshaus ist ein Ort der Geschichte, ein Ort der Erinnerungen…“

Zukunft als offenes Kulturhaus

Die Eigentümerin verfolgt ein klares Ziel: Das Gutshaus soll zu einem offenen Haus werden, das für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann. Dank der Zusammenarbeit mit Architekt Sunder-Plassmann und dem Ingenieurbüro Langkau gibt es nun die offizielle Genehmigung, das Foyer für Lesungen und Konzerte zu nutzen. Bereits während der Einweihungsfeier las Dr. Wolf Schmidt aus seinem Werk „Das andere Mecklenburg-Vorpommern – von Aalbude bis Zeppelin“, was einen vielversprechenden Vorgeschmack auf künftige Veranstaltungen bot.

Wichtige Klarstellung zu falschen Veranstaltungshinweisen

Anja Kannenberg nutzte die Gelegenheit jedoch auch für eine dringende Richtigstellung: Im Internet kursiert derzeit eine Einladung zu einem Oster-Mittelaltermarkt auf dem Gelände des Gutshauses Eickelberg, die komplett falsch ist. Zwar habe sie eine entsprechende Anfrage erhalten, könne aber die notwendigen Anforderungen für ein solches Event nicht erfüllen und habe dem Veranstalter abgesagt. Warum dieser dennoch zu dieser nicht stattfindenden Veranstaltung einlädt, bleibt unklar.

Persönliche Verbindungen und lokale Unterstützung

Besonders berührend war die Anwesenheit von Jürgen Tack, der 1947 im Gutshaus Eickelberg geboren wurde und als profundester Kenner der Hausgeschichte gilt. Zusammen mit Bürgermeister Lutz Ritter und weiteren lokalen Unterstützern bildete er einen Kreis engagierter Menschen, die den Erhalt dieses kulturellen Erbes vorantreiben. Anja Kannenberg dankte abschließend allen Freunden und Helfern für ihre unermüdliche Unterstützung auf dem „schier unendlichen Weg der Restauration“ – ein Weg, der mit der Einweihung des Wintergartens einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht hat.

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