Modernisierung für historische Bahn: „Rasender Roland“ auf Rügen erhält neue Gleisanlagen
Die traditionsreiche Schmalspurbahn „Rasender Roland“ auf der Insel Rügen rollt nun teilweise über komplett erneuerte Gleise. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist der letzte Abschnitt der Strecke von Putbus nach Lauterbach Mole für die kommenden Jahrzehnte zukunftssicher gemacht worden. Diese Maßnahme wurde maßgeblich durch Fördermittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht.
Spezielle Dreischienengleise mit Kunststoffschwellen
Im Fokus der Arbeiten standen besonders anspruchsvolle Dreischienengleise, die den parallelen Betrieb von Zügen unterschiedlicher Spurbreiten ermöglichen. Nach etwa 45 Jahren Nutzungsdauer mussten die alten Holzschwellen ausgetauscht werden. Die Ingenieure entschieden sich für den Einbau von Kunststoffschwellen, die eine deutlich längere Lebensdauer versprechen als ihre hölzernen Vorgänger.
Kay Kreisel, Geschäftsführer des Betreibers Pressnitztalbahn, betonte die Bedeutung dieser Investition: „Mit der Unterstützung des Landes konnte der letzte Teil der Strecke für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht werden.“ Die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn investiert insgesamt mehr als 600.000 Euro in die Sanierung dieses Streckenabschnitts.
Landesförderung und zukünftige Pläne
Das Wirtschaftsministerium in Schwerin unterstützt die Gleiserneuerung und notwendige Instandhaltungsarbeiten mit einer Fördersumme von rund 450.000 Euro. Diese Investition ist Teil einer umfassenden Strategie zur Erhaltung des historischen Bahnbetriebs auf Rügen.
Erst kürzlich haben der Landkreis Vorpommern-Rügen und die Pressnitztalbahn einen neuen Pachtvertrag für die Schmalspurbahn unterzeichnet. Dieser tritt am 1. Juli 2028 in Kraft und läuft bis spätestens 31. Dezember 2050. Dieser langfristige Vertrag ermöglicht weitere umfangreiche Sanierungsvorhaben:
- Geplante Sanierung der Strecke zwischen Putbus und Sellin-Ost
- Investitionsvolumen von rund 24 Millionen Euro
- Erneuerung von knapp 20 Kilometern Schiene
Historische Bahn mit moderner Infrastruktur
Der „Rasende Roland“ verkehrt täglich auf 750 Millimeter Spurweite von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren. Während der Hauptsaison von Mai bis Oktober ergänzen die Dampfzüge der Schmalspurbahn das Angebot der Regionalbahnlinie RB26, die zwischen Bergen und Lauterbach Mole verkehrt.
Carsten Werfel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, erklärt das Zusammenspiel: „In der Saison ergänzen die Züge der Schmalspurbahn das Angebot, indem sie auf dem Dreischienengleis von Lauterbach Mole bis Putbus und dann weiter über Binz nach Göhren fahren.“
Die dampfbetriebene Schmalspureisenbahn fährt seit 1895 mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometern pro Stunde über die Insel Rügen und verbindet die bekannten Seebäder miteinander. An rund 180 Tagen im Jahr startet der Zug zusätzlich von Lauterbach Mole. Für viele Rügen-Urlauber gehört eine Fahrt mit dem „Rasenden Roland“ zu den unverzichtbaren Erlebnissen ihres Inselaufenthalts.
Seit 2008 wird die traditionsreiche Bahn von der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn aus Jöhstadt in Sachsen betrieben. Die aktuellen Modernisierungsmaßnahmen stellen sicher, dass dieses historische Verkehrsmittel auch in Zukunft zuverlässig und sicher die Schönheiten Rügens erschließen kann.



