Bayern-Boss Dreesen nimmt Stellung zu Hoeneß' polarisierenden Aussagen
Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Jan-Christian Dreesen, hat sich in einem ausführlichen Podcast-Interview zu den regelmäßig emotionalen und kontroversen Äußerungen des Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß geäußert. Dreesen versucht dabei, die oft hitzigen Reaktionen des Vereinslegenden zu erklären und einzuordnen.
'Manchmal geht der Gaul mit Uli durch'
„Das muss Uli selber entscheiden. Ich glaube, da geht manchmal der Gaul mit ihm durch, dass er sich so sehr ärgert, wenn da wieder irgendein Unfug erzählt wird“, so beschrieb Dreesen im OMR-Podcast die Situation. Der Bayern-Chef zeigte dabei Verständnis für die impulsive Art von Hoeneß, die er gleichzeitig als charakteristisch und sogar sympathisch bezeichnete.
„Aber das ist auf der anderen Seite ja auch sympathisch. Deswegen weiß man auch, woran man bei Uli ist. Der macht daraus kein Geheimnis und das ist auch in Ordnung so“, führte Dreesen weiter aus. Gleichzeitig betonte er, dass sich die Häufigkeit solcher Ausbrüche in letzter Zeit deutlich reduziert habe: „Aber es hat sich deutlich reduziert, glaube ich.“
Kritik an ehemaligen Bayern-Spielern
Besonders erwähnte Dreesen die regelmäßigen Kontroversen zwischen Hoeneß und ehemaligen Bayern-Spielern wie Dietmar Hamann und Lothar Matthäus. „Deswegen ärgert man sich da auch mehr, wenn man dann beispielsweise von Didi Hamann immer nur Genöle, Gemecker und Geschimpfe hört. Das mag man dann irgendwann nicht mehr hören“, erklärte der 58-jährige Vorstandsvorsitzende.
Dreesen verwies darauf, dass beide Spieler einst für den FC Bayern aktiv waren und Hoeneß sie bereits seit vielen Jahren persönlich kennt. Diese langjährige Bekanntschaft scheint die emotionalen Reaktionen noch zu verstärken, wenn Kritik aus diesen Kreisen kommt.
Medienaufmerksamkeit als Teil des Geschäfts
Grundsätzlich sieht Dreesen die kontroversen Diskussionen und die damit verbundene Medienaufmerksamkeit als festen Bestandteil des Fußballgeschäfts. „Es wäre doch schlimm, wenn keiner mehr über den FC Bayern lästert, dann wären wir nämlich unwichtig und nicht relevant“, stellte der Bayern-Boss klar.
Mit einer pragmatischen Haltung ergänzte er: „Es ist super, wenn sich alle mit dem FC Bayern beschäftigen, weil das unsere Relevanz zeigt. Und da sollen sie rumschimpfen, wie sie wollen – solange wir gewinnen, kann jeder schimpfen wie er mag.“ Diese Aussage unterstreicht die Überzeugung der Bayern-Verantwortlichen, dass sportlicher Erfolg letztlich alle Diskussionen relativiert.
Die Äußerungen von Dreesen geben einen interessanten Einblick in den Umgang mit einer Vereinslegende wie Uli Hoeneß, dessen emotionale Art trotz aller Kontroversen weiterhin als charakteristischer Teil der Bayern-Identität akzeptiert wird.



