Dynamo Dresden zittert weiter um Ligaerhalt: Vermeijs Elfmeter-Fehler wird zum Wendepunkt
Dynamo Dresden: Elfmeter-Fehler kostet wichtige Punkte gegen Hertha

Dynamo Dresden verpasst entscheidenden Sieg: Elfmeter-Drama gegen Hertha BSC

Die Spannung im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga bleibt für Dynamo Dresden unvermindert hoch. Beim Flutlichtspiel am Samstagabend gegen Hertha BSC verpasste die Mannschaft von Trainer Thomas Stamm durch einen gehaltenen Elfmeter in der 77. Spielminute einen möglichen Sieg, der im Kampf um den Klassenerhalt entscheidend hätte sein können.

Vermeijs fataler Blick: Warum der Elfmeter scheiterte

Vincent Vermeij stand in Überzahl auf dem Punkt, als sich die große Chance für Dynamo Dresden auftat. Doch der Schuss des holländischen Stürmers wurde von Hertha-Torwart Tjark Ernst relativ mühelos pariert. „Ich muss auf mich schauen, also war er schlecht geschossen“, analysierte Vermeij selbstkritisch nach dem Spiel. „Von der Schärfe her okay, aber in der Höhe genau, wo die meisten Torhüter den Ball abwehren können. Ich wollte ihn eigentlich viel höher dort hinbringen.“

Das entscheidende Problem: Vermeij schaute während seines Anlaufs überhaupt nicht, was Torhüter Ernst auf der Linie machte. Hätte er den Berliner Schlussmann beobachtet, wäre ihm aufgefallen, dass dieser sich klar für genau jene Ecke entschieden hatte, in die der Ball geschossen wurde. Vor dem Strafstoß hatte es noch einen kurzen Austausch mit Kapitän Niklas Hauptmann gegeben.

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Die Vorgeschichte: Dynamos Probleme vom Punkt

„Es war klar, dass einer von uns beiden schießen würde“, erklärte Vermeij die Situation. „Ich habe ihn gefragt, ob er es machen will. Aber er hat gesagt, dass ich übernehmen soll.“ Die Elfmeter-Thematik war in der laufenden Saison bei Dynamo Dresden kaum trainiert worden, da die Mannschaft bisher nur wenige Strafstöße erhalten hatte.

Doch die Bilanz ist dennoch besorgniserregend: Bereits im DFB-Pokal hatte Jakob Lemmer in der ersten Runde gegen Mainz 05 (0:1) verschossen. In der Liga war Christoph Daferner der einzige erfolgreiche Schütze gegen Paderborn (1:2) – allerdings saß Vermeijs Sturmkollege zu diesem Zeitpunkt noch auf der Bank.

Der mentale Zusammenbruch: Herthas Konter trifft ins Mark

Nur drei Minuten nach dem gehaltenen Elfmeter folgte der nächste schwere Schlag für die Dresdner. Bei einem schnellen Konter der Berliner flankte Fabian Reese, Marten Winkler wollte einköpfen, doch der Ball prallte von Alexander Rossipals Schulter ab und flog über Torwart Tim Schreiber ins Netz (80. Minute).

Danach fand Dynamo Dresden nicht mehr ins Spiel zurück. Mittelfeldantreiber Robert Wagner analysierte: „Wir hatten davor angesprochen, dass Hertha sehr stark im Kontern ist. So ist auch das Gegentor gefallen. Vielleicht haben wir da dann nicht nochmal das volle Risiko gesucht.“

Trainer-Analyse: Strukturlosigkeit und verlorener Faden

Trainer Thomas Stamm (43) sah ähnliche Probleme: „Es war für mich zu unstrukturiert. Wir müssen da positionsgetreuer sein, weil wir zu sehr den Faden verloren haben und die Geduld nicht hatten.“ Der Trainer betonte, dass Emotionen zwar zum Fußball dazugehören, diese aber kontrolliert werden müssten. Beim Gegentor hätte die Mannschaft aktiver verteidigen müssen – ein Fehler, der laut Stamm nicht zwangsläufig mit dem vergebenen Elfmeter zusammenhängt.

Menschliche Gesten und persönliche Konsequenzen

Nach dem Abpfiff zeigte sich die Solidarität innerhalb der Mannschaft: Christoph Daferner spendete dem sichtlich mitgenommenen Vincent Vermeij Trost. Für den Holländer ist die Situation besonders bitter: „Ich hätte mich so oder so scheiße gefühlt, auch bei einem Punkt. Das macht es aber noch schlimmer.“ Da seine Familie wegen der Ferien in seine Heimat gefahren ist, muss er die Enttäuschung allein verarbeiten. „Ich brauche sicherlich ein bis zwei Stunden länger zum Einschlafen“, gestand der 1,95 Meter große Stürmer.

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Ausblick: Sechs Endspiele um den Ligaerhalt

Trotz der schweren Niederlage bläst Vermeij zur Attacke für die letzten sechs Saisonspiele. „Das nächste Tor wird sich auf jeden Fall umso extremer und emotionaler anfühlen!“ verspricht der Angreifer. Und genau dieses Tor muss für Dynamo Dresden jetzt schnell kommen, will die Mannschaft den drohenden Abstieg aus der 2. Bundesliga noch verhindern. Die letzten sechs Partien werden zu wahren Endspielen um den Klassenerhalt, bei denen jeder Punkt über Wohl und Wehe entscheiden könnte.