Effenberg sieht HSV-Keeper als WM-Kandidaten für DFB-Team
Die Diskussion um die Torhüterposition der deutschen Nationalmannschaft für die anstehende Weltmeisterschaft hat eine neue Wendung genommen. SPORT1-Experte Stefan Effenberg hat im Sonntagsformat Doppelpass einen überraschenden Vorschlag für das Backup hinter Stammtorwart Manuel Neuer gemacht.
Heuer Fernandes im Fokus der Nationalmannschaft
Effenberg brachte den HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes als ernsthaften Kandidaten für die dritte Torhüterposition ins Gespräch. „Das hat er sich verdient, dass er vielleicht sogar in das Blickfeld der Nationalmannschaft reinkommt – als Backup für die Weltmeisterschaft“, erklärte der ehemalige Nationalspieler. Der deutsch-portugiesische Torwart, der aktuell seine siebte Saison beim Hamburger Aufsteiger absolviert, erhielt dabei großes Lob von Effenberg.
Der Experte betonte die Qualitäten des 33-Jährigen: „Ich hatte die Idee, Heuer Fernandes als dritten Torwart zur WM mitzunehmen. Er würde sich zu 100 Prozent einfügen und er hat die Qualität. Da spricht nichts dagegen.“ In der laufenden Bundesligasaison kassierte der HSV mit Heuer Fernandes zwischen den Pfosten bisher 32 Gegentore.
Entscheidender Faktor für den HSV
Effenberg unterstrich die Bedeutung des Torwarts für seinen Verein: „Er ist ein ganz entscheidender Faktor für den HSV.“ Bezüglich einer möglichen Nominierung für die Nationalmannschaft zeigte sich der Experte überzeugt, dass die nötige internationale Qualität vorhanden sei. „Ich glaube, dass Ferro gar nicht so weit weg ist“, schloss Effenberg seine Ausführungen.
HSV-Sportdirektor Claus Costa, der ebenfalls im Doppelpass zu Gast war, reagierte positiv auf die Vorschläge: „Da habe ich absolut nichts dagegen. Ich würde mich für Ferro extrem freuen.“ Costa hob zudem die Bedeutung des Keepers innerhalb des Teams hervor: „Sein Wort hat Gewicht in der Gruppe. Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben.“
Bereits DFB-Erfahrung gesammelt
Gänzlich unbekannt wäre das DFB-Team für den HSV-Schlussmann nicht. Bereits 2021 sprang Heuer Fernandes in einem Training im Volksparkstadion ein, als sowohl Manuel Neuer aufgrund von Adduktorenproblemen als auch Marc-André ter Stegen ausfielen. Der damalige DFB-Trainer Hans-Dieter Flick hatte „Not am Mann“ und griff auf den Hamburger Torwart zurück.
Heuer Fernandes, der damals erstmals mit dem DFB-Adler auf der Brust trainierte, zeigte sich dankbar für die Erfahrung: „Auch wenn es nur eine Trainingseinheit gewesen ist, ist es natürlich etwas Besonderes im Kreise der Nationalmannschaft zu sein.“ Ob es bei dieser einmaligen Einheit bleiben wird oder der Torwart tatsächlich in den WM-Kader berufen wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten, wenn Nationaltrainer Julian Nagelsmann sein Team für die Weltmeisterschaft zusammenstellt.
Die Diskussion um die Torhüterposition zeigt, dass neben den etablierten Größen auch Spieler von Aufsteigerteams wie dem HSV in die Überlegungen für die Nationalmannschaft einbezogen werden könnten. Heuer Fernandes hat mit seinen konstanten Leistungen in Hamburg zumindest die Aufmerksamkeit von Experten wie Stefan Effenberg geweckt.



