Eintracht Frankfurt wehrt sich deutlich gegen Kritik von Ex-Profis
Die Eintracht Frankfurt hat sich in einer bemerkenswerten Reaktion gegen die Kritik der ehemaligen Profifußballer Max Kruse und Martin Harnik an ihrem neuen Trainer Albert Riera gewehrt. Die beiden Ex-Spieler hatten in ihrem gemeinsamen Podcast „Flatterball“ den spanischen Cheftrainer der SGE scharf angegriffen und ihm sogar Misserfolg gewünscht.
Riera bleibt gelassen bei Konfrontation mit Kritik
Als Albert Riera auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen Bayern München mit den Äußerungen konfrontiert wurde, zeigte sich der Spanier unbeeindruckt. „Wer sind die? Kommen sie vom Fußball?“, fragte Riera in Bezug auf Harnik und Kruse. Der Trainer betonte weiter: „Wenn man etwas sagt, gibt es immer Pros und Contras, jemand mag es, ein anderer nicht. Das sind Meinungen. Das kümmert mich nicht. Ich weiß, was ich will.“
Sportvorstand Krösche übt deutliche Niveau-Kritik
Sportvorstand Markus Krösche äußerte sich am Samstag vor der Bundesliga-Partie bei DAZN in aller Deutlichkeit zu den kontroversen Aussagen. „Grundsätzlich besteht in Deutschland Meinungsfreiheit und jeder kann sagen, was er möchte“, begann Krösche. „Ich finde aber, das ist einfach viel zu viel und befremdlich.“
Der Sportvorstand kritisierte insbesondere die Aussage, dass es witzig wäre, wenn jemand scheitert: „Dann sind wir mittlerweile auf einem Niveau angekommen, wo ich sagen muss: Wo soll das noch hinführen? Das nächste wäre, dass du es als Ex-Spieler witzig finden würdest, wenn sich einer verletzt. Auf welchem Niveau arbeiten wir mittlerweile? Das ist keine gute Tendenz.“
Social-Media-Abteilung reagiert mit bemerkenswertem Statement
Auch die Social-Media-Abteilung von Eintracht Frankfurt positionierte sich deutlich in der Angelegenheit. In einem Posting auf X wandte sich der Verein direkt an die Bild-Zeitung, aus deren Reporterkreis die Frage auf der Pressekonferenz stammte.
„Liebe @BILD_Eintracht, lasst uns doch darauf einigen, dass sich Fragen an unseren Cheftrainer in Pressekonferenzen nicht auf Meinungen aus einem Podcast stützen sollten, in dem von einem der beiden Hosts bereits der Pe*** durchs Internet gegeistert ist. Alles andere wäre doch unseriös. Danke“, hieß es in dem Statement.
Damit spielten die Frankfurter auf einen Eklat aus dem Jahr 2016 an, als ein Nacktclip von Max Kruse während seiner Zeit bei Wolfsburg viral ging.
Hintergrund der Kontroverse
Max Kruse und Martin Harnik hatten in ihrem Podcast „Flatterball“ über die Arbeitsweise von Albert Riera gelästert. Kruse äußerte: „Ich habe das Gefühl, er überlegt sich jede Woche etwas Neues, um irgendwie richtig aufzufallen. Ich finde, es ist auch ein bisschen zu viel Show.“
Martin Harnik wählte noch deutlichere Worte: Riera sei „ein Typ da bin ich ganz ehrlich, dem gönne ich auch keinen Erfolg. Bei dem denke ich nur so: Ihn sang- und klanglos untergehen zu sehen, wäre schon ganz witzig.“
Die Eintracht Frankfurt hat mit ihrer geschlossenen Reaktion deutlich gemacht, dass sie hinter ihrem Trainer Albert Riera steht und sich gegen das ihrer Meinung nach unangemessene Niveau der Kritik wehrt. Der Verein positioniert sich damit klar in einer Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit im Profifußball.



