FC Energie Cottbus trauert um Ehrenpräsident Dieter Krein
Energie Cottbus trauert um Dieter Krein

Der FC Energie Cottbus trauert um seinen Ehrenpräsidenten Dieter Krein, der am 2. Mai im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Der Mann, der den Verein vom grauen Amateurklub bis in die Bundesliga führte, hinterlässt eine tiefe Lücke in der Lausitzer Fußballfamilie. Für viele war er mehr als nur ein Funktionär, sondern das Gesicht einer ganzen Fußball-Ära.

Ein Leben für den Fußball

Am Sonntagmorgen teilten Energie Cottbus und die Lausitzer Füchse die traurige Nachricht mit. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es: „Mit tiefer Betroffenheit und Fassungslosigkeit erhielten wir die Nachricht vom Tod unseres Ehrenpräsidenten. Sein Name wird für immer untrennbar mit der großen Erfolgsgeschichte unseres Vereins nach der Wende verbunden bleiben.“ Krein galt als Architekt des Cottbuser Fußball-Wunders. Als Präsident (seit 1993) führte er den Klub 1997 in den Profifußball und nur drei Jahre später sensationell in die Bundesliga. Gemeinsam mit Manager Klaus Stabach und Trainer Eduard Geyer machte er Energie deutschlandweit bekannt. Er nutzte seine Kontakte in die Wirtschaft, holte Sponsoren in den Verein und sorgte so überhaupt erst für die finanzielle Basis. Gleichzeitig investierte er gezielt in die Infrastruktur, ließ das Stadion ausbauen, machte Flutlichtspiele möglich und trieb den Bau neuer Tribünen voran.

Seine Sprüche bleiben unvergessen

Doch Krein war nie nur der Strippenzieher im Hintergrund. Er war auch Anfasser, Ermutiger, Motivierer, mit lauter, klarer Meinung und großem Herzen für seinen Verein. Er trug sein Herz auf der Zunge, war ehrlich, direkt und genau dafür liebten ihn die Fans. Seine Sprüche waren legendär: Als Bayern-Manager Uli Hoeneß 2000 im Zuge der Daum-Affäre in jedem Stadion angefeindet wurde, sagte Krein vor dem Spiel gegen München trocken: „Wenn er sich normal verhält, passiert ihm schon nichts.“ Und im Trainingslager 2002 rief er Trainer Eduard Geyer, der mit einem Linienrichter diskutieren wollte, hinterher: „Ede, bleib hier. Das ist der Mann aus der Wäschekammer, den brauchen wir noch…“ Selbst lange nach seiner Präsidentschaft 2005 saß er noch bei Heimspielen auf der Tribüne, hatte immer einen markigen Spruch auf den Lippen.

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Sport war sein Leben

Ob Fußball, Wasserball oder später sogar Eishockey – Sport war sein Leben. Selbst im Ruhestand zog es ihn immer wieder auf den Platz und aufs Eis. Bei den Chiefs des Eissport Weißwasser stand er bis ins hohe Alter zwischen den Torpfosten, und jeden Mittwoch kämpfte er bei der Altliga von Energie Cottbus um jeden Ball. Geboren wurde Krein 1941 in Leipzig, später zog es ihn beruflich in die Lausitz. Er lebte zuletzt in Trebendorf bei Weißwasser, war verheiratet, hatte zwei Kinder und Enkel. Mit seinem Tod verliert Energie Cottbus nicht nur einen Macher, sondern einen, der den Verein wie kaum ein anderer geprägt hat.

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