Der FC Erzgebirge Aue hat den vorzeitigen Abstieg aus der 3. Liga besiegelt. Nach 23 Jahren im Profifußball muss der Verein den Gang in die Regionalliga antreten. Selbst eine 20-minütige Überzahl reichte nicht, um gegen den SV Wehen Wiesbaden den ersten Drittliga-Sieg im Jahr 2026 zu erringen. Das 2:2 (1:1) im heimischen Erzgebirgsstadion besiegelte das Schicksal des Vereins, der in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert.
Spielverlauf: Aue zeigt Moral, aber nicht genug
Die Gäste aus Wiesbaden gingen durch Moritz Flotho (24. Minute) in Führung. Nur drei Minuten später glich Tristan Zobel (27.) mit einem platzierten Schuss aus spitzem Winkel nach einem langen Freistoß aus. In der zweiten Halbzeit drückte Aue auf den Führungstreffer, doch Tarik Gözüsirin (78.) brachte Wiesbaden mit einem direkt verwandelten Eckball erneut in Front. Moritz Seiffert (85.) gelang der erneute Ausgleich, der jedoch nicht mehr zum Sieg reichte. In der 69. Minute sah Wiesbadens Niklas May nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte.
Interimstrainer setzt auf junge Talente
Interimstrainer Chwitscha Schubitidse brachte mit Louis Lord einen 22-jährigen Torhüter zum Einsatz. „Das war so abgesprochen, bis zum Pokal sollte Martin Männel stehen, dann wollten wir Louis für die Trainingsleistungen belohnen“, erklärte der Coach bei MagentaSport. Lord zeigte mehrere gute Paraden, war beim Gegentreffer jedoch machtlos. Zuvor hatte er Glück, dass Sascha Mockenhaupt den Ball aus kurzer Distanz nicht im leeren Tor unterbrachte.
Historischer Tiefpunkt: Aue bleibt sieglos
Durch das Unentschieden bleibt der FC Erzgebirge Aue das einzige Team aller 54 deutschen Profivereine, das im Jahr 2026 noch keinen Sieg verbuchen konnte. Nach dem Schlusspfiff und dem feststehenden Abstieg herrschte kurzzeitig absolute Stille im Stadion. Für den Traditionsverein beginnt nun der Neustart in der Regionalliga, wo man auf eine erfolgreiche Zukunft hofft.



