Bittere Entscheidung für Union-Fans: Wunderkind Güther muss in U19 ran
Eine emotionale Achterbahnfahrt erlebt derzeit das junge Fußballtalent Linus Güther von Union Berlin. Der erst 16-jährige Angreifer feierte vergangenen Samstag in Heidenheim sein Profidebüt als zweitjüngster Bundesliga-Spieler aller Zeiten und schrieb damit bereits Geschichte.
Pokal-Held wird zum Zuschauer degradiert
Nur vier Tage nach seinem Debüt entwickelte sich Güther im Pokalhalbfinale gegen Hertha BSC zum gefeierten Matchwinner. Mit einem Tor und drei Vorlagen beim 4:2-Erfolg führte er die Eisernen ins Finale und wurde nach Abpfiff von den begeisterten Fans auf dem Zaun der Union-Kurve in der Alten Försterei getragen.
Doch die Freude währte nur kurz. Am Donnerstag verkündete Unions neue Bundesligatrainerin Marie-Louise Eta in ihrer ersten Pressekonferenz die ernüchternde Nachricht: "Er wird nicht im Kader sein. Er wird am Wochenende in der U19 spielen."
Diese Entscheidung trifft nicht nur Güther selbst, der sich auf sein erstes Heimspiel als Profi gegen Wolfsburg gefreut hatte, sondern vor allem die Fans, die ihrem neuen Liebling erneut zujubeln wollten.
Eta schützt Youngster vor Medienrummel
Die Entscheidung der Trainerin überrascht umso mehr, als Eta selbst als große Förderin des Talents gilt. Erst im Oktober beförderte sie Güther von der U17 in die U19, deren Trainerin sie bis vor kurzem war. Sie war live im Stadion, als der 16-Jährige Hertha Berlin im Pokal beinahe im Alleingang deklassierte.
Nun schickt sie ihn stattdessen zum sportlich unbedeutenden U19-Spiel am Sonntag gegen Paderborn, bei dem Union als Tabellenletzter keine Chance mehr auf das Erreichen des Meisterschafts-Achtelfinales hat.
"Er ist ein toller Junge. Er ist ein Fußballer, der extrem viel mitbringt und an dem wir in den nächsten Jahren sehr viel Freude haben werden", erklärte Eta über ihren Schützling. "Er hat sich hier bei den Profis ein gutes Standing erarbeitet. Gleichzeitig geht er aber noch zur Schule."
Schulische Verpflichtungen als Hauptgrund
Die schulische Ausbildung des Jugendlichen spielt bei Etas Entscheidung eine zentrale Rolle. Seit Ende der Osterferien kann Güther nur noch zweimal pro Woche bei den Profis trainieren. In der kommenden Woche stehen in der 10. Klasse wichtige Prüfungen an, deren letzte Anfang Mai terminiert ist.
Diese pragmatische Herangehensweise der Trainerin soll das junge Talent vor dem enormen Medienrummel schützen, der nach seinen herausragenden Leistungen entstanden ist. Die Union-Verantwortlichen wollen verhindern, dass der Druck den vielversprechenden Spieler überfordert.
Die Hoffnung der Fans richtet sich nun auf die letzten beiden Bundesligaspiele der Saison. Sollten die schulischen Verpflichtungen Anfang Mai abgeschlossen sein, könnte Trainerin Eta ihr Wunderkind dann möglicherweise wieder von der Leine lassen und den begeisterten Anhängern in der Alten Försterei präsentieren.



