Feuerherdt widerspricht Hoeneß: Keine skandalträchtigen Fehler bei Bayern-Leverkusen
Feuerherdt widerspricht Hoeneß nach Bayern-Remis

Schiedsrichterdebatte nach Bayern-Remis: Feuerherdt kontert Hoeneß-Kritik

Das 1:1 des FC Bayern München bei Bayer Leverkusen am vergangenen Samstag sorgt weiter für kontroverse Diskussionen. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht nicht die sportliche Leistung, sondern die Arbeit des Schiedsrichtergespanns um Christian Dingert. Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte den Auftritt der Unparteiischen als "schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe" bezeichnet. Diese scharfe Kritik lässt DFB-Schiedsrichtersprecher Alexander Feuerherdt nicht unwidersprochen stehen.

Die umstrittene Gelb-Rote Karte gegen Luis Díaz

Der zentrale Streitpunkt des Spiels war der Platzverweis gegen Bayern-Stürmer Luis Díaz in der 84. Minute. Der kolumbianische Nationalspieler hatte den Ball an Leverkusen-Keeper Janis Blaswich vorbeigespielt und kam nach einem leichten Kontakt zu Fall. Schiedsrichter Dingert wertete dies als Täuschungsversuch und zeigte die Gelb-Rote Karte, was Díaz' vorzeitige Rote Karte und damit den Platzverweis bedeutete.

"Das war eine klare Fehlentscheidung", räumt Feuerherdt in einem Interview mit der AZ ein. "Schiedsrichter Christian Dingert hat das selbst eingeräumt." Allerdings konnte der Videoschiedsrichter (VAR) nicht eingreifen, da Einsätze bei Gelben Karten – und damit auch bei Gelb-Roten Karten – erst ab der kommenden Saison möglich sein werden.

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Feuerherdt widerspricht Hoeneß' Gesamtkritik

Während Feuerherdt den Fehler bei der Díaz-Entscheidung anerkennt, teilt er die pauschale Verurteilung des gesamten Schiedsrichterauftritts durch Uli Hoeneß nicht. "Das können wir nicht bestätigen", kontert der DFB-Sprecher. "Vor allem die spielrelevanten Entscheidungen waren korrekt oder zumindest vertretbar – mit Ausnahme der Gelb-Roten Karte."

Feuerherdt vermutet einen Zusammenhang zwischen Hoeneß' harscher Kritik und der Tatsache, dass mehrere Entscheidungen gegen den FC Bayern ausfielen: "Vielleicht hat es die Meinung von Uli Hoeneß beeinflusst, dass die Mehrheit dieser spielrelevanten Entscheidungen gegen den FC Bayern getroffen wurde. Aber wir sprechen hier ja keineswegs von skandalträchtigen Fehlern."

Kompany äußert ebenfalls Unverständnis

Nicht nur Hoeneß zeigte sich verärgert über die Schiedsrichterleistung. Auch Bayern-Trainer Vincent Kompany, normalerweise für seine besonnene Art bekannt, ließ seiner Enttäuschung freien Lauf. "Ich behalte immer den größten Respekt vor den Unparteiischen", betonte der Belgier, "aber ich habe auch das Recht, meine Meinung zu sagen."

Kompany argumentierte, dass bei der Aktion von Díaz eindeutig ein Kontakt stattgefunden habe: "Man kann die Aktion noch 300 Mal anschauen und man sieht, dass es einen Kontakt gab". Als Beweis führte er das Verhalten des Stürmers an: Díaz stand sofort wieder auf und blieb nicht theatralisch liegen, was gegen einen Täuschungsversuch spreche.

Sperre für Díaz bleibt bestehen

Trotz der eingestandenen Fehlentscheidung wird die Sperre für Luis Díaz aufrechterhalten. "Die Gelb-Rote Karte für Luis Díaz war eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters", erklärt Feuerherdt. "Er hat den Sturz auf dem Spielfeld als Täuschungsversuch wahrgenommen und entsprechend geahndet."

Solche Tatsachenentscheidungen seien "grundsätzlich endgültig", so der DFB-Sprecher weiter. Nur bei gravierenden Irrtümern wie einer Spielerverwechslung könne eine Sperre aufgehoben werden. Díaz wird daher das kommende Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag verpassen.

Weitere Platzverweise im Spiel

Nicht nur Díaz sah die Rote Karte. Bereits in der ersten Halbzeit war Bayern-Stürmer Nicolas Jackson nach einem rüden Foul gegen Martin Terrier vom Platz gestellt worden. Diese Entscheidung sorgte allerdings für weniger Diskussionen, da die Situation eindeutig war.

Sportvorstand Max Eberl zeigte sich nach Gesprächen mit Schiedsrichter Dingert versöhnlicher: "Ich habe gerade mit Dingert gesprochen, alles in Ordnung, das war ein guter Dialog gewesen. Für ihn war klar, dass es die Schwalbe war, aber er hat jetzt die Bilder gesehen und sagt: Es war keine Gelb-Rote Karte."

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Die Debatte zeigt einmal mehr die emotionale Geladenheit im deutschen Spitzenfußball und die schwierige Balance zwischen Schiedsrichterentscheidungen und subjektiven Wahrnehmungen der Beteiligten.