FIFA testet revolutionäre Abseitsregel in Kanada: Mehr Tore durch 'Daylight'-Regelung
FIFA testet neue Abseitsregel in Kanada für offensiveren Fußball

FIFA startet Pilotprojekt: Revolutionäre Abseitsregel in Kanada im Test

Der Weltfußballverband FIFA treibt eine mögliche grundlegende Veränderung der Abseitsregel mit einem ambitionierten Testlauf in Kanada voran. Parallel dazu wird in der höchsten rein kanadischen Liga ein neuartiges Überprüfungssystem für Schiedsrichterentscheidungen eingeführt, das den Trainern mehr Einflussmöglichkeiten bietet.

Die 'Daylight'-Regel: Abseits nur bei sichtbarer Lücke

Im Zentrum des Pilotprojekts steht eine radikale Neudefinition der Abseitsstellung. Nach dem von FIFA-Entwicklungschef Arsène Wenger seit sechs Jahren vorangetriebenen Konzept soll ein Spieler künftig nur noch als im Abseits stehend gewertet werden, wenn zwischen ihm und dem vorletzten Verteidiger eine klar erkennbare Lücke besteht – die sogenannte 'Daylight'-Regelung.

Bisher gilt bereits Abseits, wenn nur ein einziger Körperteil des Angreifers – mit dem ein Tor erzielt werden kann – näher zur Torlinie steht als der vorletzte Gegenspieler. Die neue Regel würde dies zugunsten der Angreifer ändern: Ein Spieler befindet sich demnach erst im Abseits, wenn sich kein Teil seines Körpers mehr auf gleicher Höhe mit dem Verteidiger befindet.

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Wenger und Infantino: Offensiverer Fußball als Ziel

Arsène Wenger, der als Leiter der globalen Fußballentwicklung bei der FIFA agiert, betonte die Zielsetzung der Tests: „Indem wir diese neue Auslegung in einem professionellen Wettbewerb testen, können wir ihre Auswirkungen besser verstehen, unter anderem im Hinblick auf mehr Klarheit und einen flüssigeren Spielverlauf sowie die Förderung des Angriffsspiels.“

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich bereits Ende 2025 für eine mögliche Regeländerung ausgesprochen und die grundsätzliche Frage gestellt: „Wie können wir das Spiel offensiver und attraktiver machen?“ Beide Funktionäre erhoffen sich durch die Regelanpassung mehr Tore und damit eine Steigerung der Attraktivität des Fußballs.

Kanadische Premier League als Testlabor

Die Canadian Premier League (CPL) startete am Samstag mit dem Pilotprojekt, das vom International Football Association Board (Ifab) genehmigt wurde. Neben der Abseitsregel wird auch ein neuartiges Überprüfungssystem für Schiedsrichterentscheidungen getestet:

  • Trainer erhalten eine begrenzte Anzahl von Anträgen zur Überprüfung strittiger Entscheidungen
  • Überprüft werden können Tore, Elfmeter, Rote Karten und Spielerverwechslungen
  • Die Trainer überreichen dem Vierten Offiziellen eine spezielle Karte als Antrag
  • Die strittigen Szenen werden am Monitor überprüft

Die FIFA betont, dass dieses System keinen Ersatz für den Video-Assistenten (VAR) darstellen soll, sondern vielmehr als zusätzliche Unterstützung für die Schiedsrichter bei kritischen Spielsituationen dienen soll.

Internationale Vorläufer und Zukunftsperspektiven

Bereits seit April 2022 laufen in Italien ähnliche Tests, allerdings beschränkt auf die beiden höchsten U18-Ligen. Der kanadische Test in einer vollwertigen Profiliga stellt somit eine deutliche Ausweitung der Erprobung dar und könnte wegweisend für eine mögliche weltweite Einführung der neuen Regel sein.

Die Ergebnisse des kanadischen Pilotprojekts werden mit Spannung erwartet, da sie grundlegende Auswirkungen auf die taktische Ausrichtung des modernen Fußballs haben könnten. Sollte sich die 'Daylight'-Regel bewähren, könnte dies zu einer Offensiv-Revolution im Weltfußball führen.

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