Der Fußball-Weltverband Fifa hat die vom europäischen Verband Uefa verhängte Sperre gegen den argentinischen Offensivspieler Gianluca Prestianni auch auf die Weltmeisterschaft ausgeweitet. Sollte der Flügelspieler von Benfica Lissabon für die argentinische Nationalmannschaft nominiert werden, würde er bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada (ab 11. Juni) die ersten beiden Spiele verpassen. Die Uefa hatte Prestianni vor zwei Wochen wegen „diskriminierenden Verhaltens“ für sechs Partien gesperrt, drei davon auf Bewährung.
Hintergrund des Vorfalls
Der 20-Jährige war im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid Mitte Februar mit Vinícius Júnior aneinandergeraten. Dabei soll sich Prestianni homophob geäußert haben. Bei seiner verbalen Entgleisung hatte er seinen Mund mit dem Trikot verdeckt. Prestianni stand zunächst im Verdacht, Vinícius Júnior rassistisch beleidigt zu haben, bestritt dies jedoch. Die Uefa konnte ihm laut der Nachrichtenagentur AP eine rassistische Äußerung nicht nachweisen. Später räumte Prestianni ein, ein homophobes Schimpfwort verwendet zu haben.
Uefa bat um Übernahme der Sperre
Die Fifa kam nun wie erwartet einer Bitte der Uefa nach, die Sperre auf alle Wettbewerbe weltweit zu beziehen, einschließlich der WM. „Die Fifa-Disziplinarkommission hat entschieden, die von der Uefa verhängte Sperre über sechs Spiele weltweit anzuwenden“, teilte der Verband mit. Ob Prestianni von Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni in den WM-Kader berufen wird, ist offen. Prestianni kam bislang nur einmal bei einem Testspiel im November für die Albiceleste zum Einsatz. Beim WM-Vorbereitungsspiel gegen Sambia am 31. März stand er nicht auf dem Platz. Wird er nicht für die WM berücksichtigt, sitzt er die restlichen Spiele seiner Sperre in einem Uefa-Wettbewerb der kommenden Saison ab.
WM-Gruppe und Regeländerung
Titelverteidiger Argentinien startet am 17. Juni in Kansas City gegen Algerien ins Turnier und trifft fünf Tage später in Arlington auf Österreich. Komplettiert wird die Gruppe durch WM-Neuling Jordanien. Nach dem Vorfall hatte das International Football Association Board (Ifab) vergangene Woche einen Vorschlag der Fifa als Regeländerung beschlossen. Demnach kann das Verdecken des Mundes bei Beleidigungen künftig mit einem Platzverweis geahndet werden.



