Mainz-Trainer Urs Fischer fordert klare Leistung statt leere Worte
Mainz – Urs Fischer (60) ist bekannt als ruhiger, sachlicher Trainer, der nicht für große emotionale Ausbrüge oder medienwirksame Statements steht. Der Schweizer bevorzugt es, seine Arbeit auf dem Platz sprechen zu lassen und legt Wert auf konkrete Leistungen und Erfolge. Diese Herangehensweise brachte ihm bei Union Berlin langjährigen Respekt ein und hilft ihm nun, Mainz 05 Schritt für Schritt aus dem Tabellenkeller der Bundesliga zu führen.
„Nicht nur quatschen, sondern auch liefern!“ – Fischers klare Botschaft an die Mannschaft
Vor dem wichtigen Spiel gegen den VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr, live bei Sky) richtet Fischer eine deutliche Forderung an seine Spieler: „Nicht nur quatschen, sondern auch liefern!“ Der Trainer verlangt, dass seine Mannschaft ihre Antworten auf dem Platz gibt und nicht in Interviews oder Pressekonferenzen. Anlass für die klaren Worte ist der Ausfall von Nadiem Amiri (29), der sich eine Verletzung unter der Fußsohle zugezogen hat.
„Wir hätten ihn natürlich gerne dabei“, gibt Fischer zu, zeigt sich aber überzeugt von der Einstellung seiner Mannschaft. „Es ist eher eine positive Jetzt-erst-recht-Stimmung. Die Jungs leben nach dem Motto: Beeinflusse, was du beeinflussen kannst! Und das ist, auch gegen Stuttgart die Leistung abzurufen.“
Paul Nebel als bestes Beispiel für Fischers Philosophie
Wie bereits im Spiel gegen Leverkusen (1:1) wird auch gegen Stuttgart Paul Nebel (23) als Ersatz für Amiri auflaufen. Der junge Spieler entwickelt sich zum Paradebeispiel für Fischers Leistungsforderung. Nach Wochen als Joker zeigte Nebel in Leverkusen eine überzeugende Leistung, die dem Trainer besonders gefiel.
„Es war in den letzten Wochen keine einfache Zeit für Paul“, erklärt Fischer. „Aber seine Antwort in Leverkusen hat mir gefallen. Das ist dann eben nicht nur quatschen, sondern liefern. So wünsche ich mir das.“ Der Trainer betont: „Dass die Jungs nicht zufrieden sind, wenn sie nicht beginnen oder nicht im Aufgebot sind, das ist verständlich, das gehört dazu. Aber wenn du dann die Möglichkeit hast, dann gilt's zu liefern. Und das hat Paul wirklich sehr gut gemacht.“
Fischer weiter: „Er war viel unterwegs, seine Aktionen mit dem Ball waren gut, und wo in den letzten Spielen die eine oder andere Aktion misslungen ist, sind die ihm nun gelungen. Das gibt Selbstvertrauen, daran muss er nun anknüpfen.“
Fischers ruhige Art als Erfolgsrezept für Mainz 05
Der 60-jährige Schweizer Trainer steht für eine besondere Art des Teammanagements. Während andere Trainer durch emotionale Auftritte auffallen, setzt Fischer auf Kontinuität, Sachlichkeit und klare Leistungsvorgaben. Diese Methode scheint bei Mainz 05 zu fruchten, wo das Team unter seiner Führung langsam aber sicher an Stabilität gewinnt.
Gegen den starken VfB Stuttgart wird diese Einstellung erneut auf die Probe gestellt. Fischer vertraut darauf, dass seine Spieler – angeführt von Vorbildern wie Paul Nebel – die geforderte Leistung abrufen und nicht in leere Versprechungen verfallen. Für den Mainzer Trainer zählt am Ende nur, was auf dem Platz geschieht, nicht was darüber geredet wird.



