Fisnik Asllani: Die Herzensentscheidung für den Kosovo
Fisnik Asllani (23), der aufstrebende Stürmer der TSG Hoffenheim, hätte eine große Hoffnung für den deutschen Fußball werden können. Doch der in Berlin geborene Sohn kosovarischer Eltern hat sich bewusst gegen den DFB und für das Land seiner Eltern entschieden. Im BILD-Podcast Phrasenmäher erklärt der Shooting-Star nun die Gründe für diese folgenschwere Wahl.
Eine emotionale Entscheidung mit familiären Wurzeln
„Kurz bevor ich zur U21 gekommen bin, habe ich für mich persönlich eine Herzensentscheidung getroffen“, verrät Asllani im Gespräch mit Host André Albers. „Mein Gefühl hat mir gesagt, dass es die richtige Entscheidung ist, für den Kosovo aufzulaufen. Und deswegen habe ich das damals so mit meiner Familie auch zusammen entschieden.“
Der Stürmer betont seine starke Verbindung zum Kosovo: „Ich bin sehr, sehr heimatverbunden. Ich bin jeden Sommer dort im Urlaub. Wir haben unseren ganzen Urlaub im Kosovo verbracht. Ich habe ganz viel Familie dort.“ Trotz seiner Dankbarkeit gegenüber dem DFB für die Ausbildung in Deutschland überwog letztlich das emotionale Band zu den Wurzeln seiner Familie.
WM-Chance mit dem Kosovo
Mit seiner Entscheidung könnte Asllani nun noch in diesem Monat das WM-Ticket für den Kosovo lösen. In den Playoffs muss die Mannschaft zunächst am 26. März bei Deutschlands Qualifikationsgegner in der Slowakei antreten. Bei einem Sieg folgt am 31. März ein Heimspiel gegen den Gewinner der Partie Türkei gegen Rumänien um eines der letzten Tickets für die Weltmeisterschaft im Sommer.
Familienunterstützung als Fundament der Karriere
Im Podcast gewährt Asllani tiefe Einblicke in seinen Werdegang. Besonders berührend schildert er die Unterstützung seines Vaters während seiner Jugendzeit in Berlin:
- „Er ist schon um vier oder fünf Uhr aufgestanden, los zur Arbeit, eine Stunde, eineinhalb gefahren und hat dann den ganzen Tag gearbeitet.“
- „Er hat extra so früh angefangen, damit er früher Feierabend machen und noch zu meinem Training kommen kann.“
- „Dann ist er direkt von der Arbeit mit seinen Baustellen-Sachen zu mir zum Training gekommen, hat zugeschaut und dann sind wir zusammen vom Training mit der Bahn eine Stunde nach Hause gefahren.“
Diese tägliche Routine prägte Asllanis frühe Jahre und zeigt das immense Engagement seiner Familie.
Der komplette Umzug nach Sinsheim
Noch außergewöhnlicher war der Schritt, als die gesamte Familie mit dem jungen Talent nach Sinsheim zog. „Mein Vater hat immer gesagt: ‚Den ersten Schritt, den du machst, da werden wir mit dir kommen. Egal, wo du hingehst, wir werden mit dir kommen‘“, erinnert sich Asllani. Rückblickend erkennt er: „Was eigentlich überhaupt nicht normal ist. Es ist alles andere als selbstverständlich.“
Rückschläge und Comeback
Der Weg war nicht immer einfach. Asllani berichtet von einer schweren Verletzungsphase mit einer plötzlichen Knie-Infektion: „Es war wirklich verrückt, weil über Nacht einfach mein Knie angeschwollen ist. Da hat man gesehen, wie sich von einem auf den anderen Moment alles drehen kann.“ In diesen dunklen Momenten kämpfte er mit Selbstzweifeln, fand aber schließlich die Kraft zum Weitermachen.
Authentizität in sozialen Medien
Besonders interessant sind Asllanis Aussagen zu seiner Social-Media-Präsenz. Der Stürmer schneidet seine Videos meist selbst und verfolgt dabei eine klare Philosophie: „Ich mache die Videos nicht, weil ich denke, dass sie viele Likes bringen. Ich mache sie, weil ich mir manchmal denke: Wenn ich jetzt 12 oder 13 wäre, was würde mich motivieren?“ Die positiven Rückmeldungen junger Fans bestätigen ihm, dass dieser Ansatz richtig ist.
Der talentierte Stürmer, dem aktuell Interessen von Top-Klubs wie dem FC Bayern, Chelsea und Tottenham nachgesagt werden, bleibt trotz aller Aufmerksamkeit seinen Wurzeln und Prinzipien treu. Seine Geschichte ist nicht nur eine fußballerische, sondern vor allem eine menschliche Erzählung über Familie, Heimat und persönliche Entscheidungen.



