Flekken erneut verhöhnt: Torwart-Debatte bei Bayer Leverkusen eskaliert
Flekken verhöhnt: Torwart-Debatte bei Bayer eskaliert

Flekken erneut verhöhnt: Torwart-Debatte bei Bayer Leverkusen eskaliert

Die Stimmung im BayArena brodelte am Samstag, als Bayer Leverkusen mit 6:3 gegen den VfL Wolfsburg triumphierte. Doch der Sieg wurde von einer unangenehmen Szene überschattet: In der 41. Minute fing Torhüter Mark Flekken einen harmlosen Ball und erntete dafür höhnischen Applaus aus den eigenen Reihen. Dieser sarkastische Beifall entlud sich als Ventil für die Frustration über einen desolaten ersten Durchgang der Werkself und richtete sich gezielt gegen den umstrittenen Niederländer.

Unsicherheiten und polarisierende Rückkehr

Flekken wirkte während der gesamten Partie unsicher. Dreimal traf Wolfsburg vor der Pause, ohne dass der Keeper eine entscheidende Parade zeigen konnte. Bereits in der neunten Minute geriet er bei einem zu kurz geratenen Rückpass in Bedrängnis und traf dabei Mohamed Amoura. Glücklicherweise blieb diese Szene ohne Folgen. Auch ein verschätzter Kopfball außerhalb des Strafraums und ein weiteres suboptimales Stellungsspiel im zweiten Durchgang unterstreichen seine wacklige Performance.

Der höhnische Applaus stellt eine Höchststrafe für den Torwart dar und offenbart, wie sehr seine Person aktuell polarisiert. Viele Fans im Rheinland können es offenbar nicht akzeptieren, dass Flekken nach seiner Verletzung sofort wieder den Vorzug vor Janis Blaswich erhielt.

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Blaswichs starke Phase und Hjulmands umstrittene Entscheidung

Zur Erinnerung: Flekken wechselte im vergangenen Sommer von Brentford nach Leverkusen und sollte eigentlich ein Upgrade zu seinen Vorgängern Lukas Hradecky und Matej Kovar darstellen. Dieser Plan ging bislang nicht auf. Nach folgenschweren Fehlern zu Saisonbeginn und einer als zu riskant geltenden Spielweise erlitt er Anfang Januar eine Knieverletzung.

Sein Stellvertreter Janis Blaswich nutzte diese Chance meisterhaft. Der 34-Jährige agierte in 18 Pflichtspielen äußerst souverän, kassierte lediglich 13 Gegentreffer und lieferte seinen stärksten Auftritt im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Arsenal ab. Umso überraschender war die Entscheidung von Trainer Kasper Hjulmand, Flekken direkt nach seiner Genesung beim 3:3 in Heidenheim wieder einzusetzen.

„Ich treffe alle meine Entscheidungen, um dem Team am besten zu helfen. Immer, wenn ich eine Entscheidung treffe, geht es darum, Spiele zu gewinnen“, begründete Hjulmand den Wechsel und verwies auf Flekkens fußballerische Überlegenheit. Intern wurde dieser Beschluss jedoch kontrovers diskutiert, da viele ihn als Abkehr vom Leistungsprinzip interpretierten.

Wiederholte Demütigungen und interne Spannungen

Flekkens Comeback verläuft alles andere als reibungslos. Sechs Gegentore in zwei Spielen gegen die Tabellenletzten der Bundesliga sprechen eine deutliche Sprache. Die Stabilität, die Blaswich der Defensive verliehen hatte, scheint verloren. Flekken strahlt nur bedingt Sicherheit aus und leistet sich Ungenauigkeiten, die sofort wieder Fragen aufwerfen.

Dies ist nicht das erste Mal, dass der Niederländer verhöhnt wird. Bereits beim brutalen 2:7 gegen Paris Saint-Germain in der Hinrunde klatschten einige Fans sarkastisch, als er nach sieben Gegentreffern endlich den achten Ball halten konnte. Gegen Wolfsburg gelang ihm beim Stand von 5:3 immerhin eine starke Parade gegen Konstantinos Koulierakis, die von Geschäftsführer Simon Rolfes positiv hervorgehoben wurde.

Die Torwartdebatte kocht über und stellt Hjulmand in einer ohnehin schwierigen Phase vor eine zusätzliche Baustelle. Alejandro Grimaldo versuchte zu beschwichtigen: „Wir haben zwei sehr gute Torhüter. Mark hat heute keine Fehler gemacht, es ist nicht leicht für ihn.“ Rolfes betonte, dass der Spott nicht speziell gegen Flekken gerichtet gewesen sei, sondern „so ein bisschen der Ausdruck des gesamten Spiels war“.

Dennoch wird Flekken diesen Nachmittag kaum vergessen. Verhöhnt im eigenen Stadion – schlimmer geht es für einen Torhüter kaum. Die Situation bleibt angespannt und die Diskussion um die Nummer eins im Kasten von Bayer Leverkusen dürfte den Verein noch lange beschäftigen.

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