Flick tobt nach Handspiel-Szene: VAR-Entscheidung weckt Bayern-Erinnerungen
Im Champions-League-Kracher zwischen dem FC Barcelona und Atlético Madrid hat eine umstrittene Handspiel-Szene für großen Wirbel gesorgt. Barcelona-Trainer Hansi Flick zeigte sich nach dem Spiel entsetzt über die Entscheidung der Schiedsrichter und vor allem über das Nicht-Eingreifen des Videoassistenten.
Die kontroverse Szene im Detail
In der 54. Minute des Spiels kam es zu einer Situation, die Flick noch lange beschäftigen wird. Atlético-Torwart Juan Musso führte einen Abstoß aus und passte zu Innenverteidiger Marc Pubill, der etwa zwei Meter neben ihm im Fünfmeterraum stand. Pubill hielt den Ball mit der Hand auf der Linie des Fünfmeterraums an und spielte ihn dann zurück zu Musso.
Sofort forderten die Barcelona-Spieler und ihr Trainer lautstark einen Strafstoß. Schiedsrichter Istvan Kovacs pfiff jedoch nicht ab und auch der deutsche Videoassistent Christian Dingert griff nicht ein. „In der Situation, in der sie den Ball im Strafraum mit der Hand spielen, verstehe ich nicht, warum der VAR nicht eingreift. Komm schon, das ist klar“, schimpfte Flick nach dem Spiel gegenüber Movistar.
Flicks Kritik am deutschen VAR
Besonders pikant: Der verantwortliche VAR war mit Christian Dingert ein deutscher Schiedsrichter. Flick richtete seine Kritik direkt an ihn: „Es ist ein deutscher Typ, hallo.“ Auf der Pressekonferenz legte der Barcelona-Coach noch nach: „Der VAR war sehr auf Atlético ausgerichtet. Es war ein Deutscher, danke Deutschland.“
Flick betonte, dass es sich seiner Meinung nach nicht nur um einen klaren Elfmeter, sondern auch um einen Platzverweis gehandelt hätte. Pubill trug bereits eine Gelbe Karte, bei einem Pfiff wäre er also vom Platz gestellt worden. „Aber in solchen Situationen – wozu haben wir denn den VAR? Ich kann das nicht verstehen“, so der ehemalige Bundestrainer.
Expertenmeinungen zur umstrittenen Entscheidung
Der ehemalige spanische Schiedsrichter Eduardo Iturralde González, der in seiner Karriere selbst Champions-League-Spiele leitete, bezeichnete die Entscheidung als „riesigen Fehler“ und „Skandal“. Auch DAZN-Experte Tobias Schweinsteiger zeigte sich zunächst verwundert: „Das war völlig unnötig, weil Barcelona keinen Druck ausgeübt hat in dieser Situation.“
Später relativierte Schweinsteiger seine Aussage etwas und erklärte, dass möglicherweise die Regelinterpretation eine Rolle gespielt haben könnte: „Wenn der Ball innerhalb des Fünfmeter-Raums in die Hand genommen wird, kann man es auslegen, als würde der Ball noch platziert werden.“ Dennoch blieb die Frage, warum der VAR nicht eingriff.
Echo aus München: Ähnlicher Vorfall beim FC Bayern
Die Szene weckt unschöne Erinnerungen beim FC Bayern. Im April 2024 kam es im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Arsenal zu einer fast identischen Situation. Damals passte Arsenal-Keeper David Raya zu Verteidiger Gabriel, der den Ball knapp außerhalb des Fünfmeterraums mit der Hand anhielt.
Der damalige Bayern-Trainer Thomas Tuchel berichtete später, der Schiedsrichter habe die Entscheidung mit einem „Kinderfehler“ begründet. Tuchel nannte diese Erklärung eine „schreckliche Erklärung“ und eine „ganz neue Form der Regelauslegung“.
Die aktuelle Szene bei Barcelona gegen Atlético Madrid zeigt, dass solche umstrittenen Situationen auch zwei Jahre später noch für Diskussionsstoff sorgen. Während die einen auf klare Regelverstöße pochen, argumentieren andere mit subtilen Regelinterpretationen – und lassen Trainer wie Hansi Flick verzweifelt zurück.



