Gewaltwelle in Mexiko: Sicherheitsbedenken vor Fußball-WM 2026 als Co-Gastgeber
In weniger als vier Monaten soll in Mexiko die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 beginnen, doch eine schwere Gewaltwelle erschüttert derzeit das Land und lässt in der internationalen Fußballwelt die Alarmglocken schrillen. Nach der Tötung des mächtigen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, durch das Militär haben dessen Anhänger mit brennenden Autos, Banken, Tankstellen und Läden sowie Straßensperren reagiert.
Besonders betroffene WM-Stadt Guadalajara
Besonders schwer von den Unruhen getroffen ist der Bundesstaat Jalisco mit seiner Hauptstadt Guadalajara, wo eines der drei mexikanischen WM-Stadien steht. In dieser Millionenmetropole sind vier Vorrundenspiele geplant, darunter das hochkarätige Duell zwischen Europameister Spanien und Uruguay. Zudem haben sowohl Kolumbien als auch Südkorea ihr Teamcamp in Guadalajara vorgesehen.
Insgesamt finden in Mexiko als einem der drei Austragungsländer der XXL-WM 2026 insgesamt 13 Spiele statt. Neben Guadalajara sind Mexiko-Stadt und Monterrey die weiteren Gastgeberstädte. Uruguay plant sein WM-Quartier in Playa del Carmen, während Südafrika voraussichtlich in Pachuca unterkommen wird.
Playoff-Spiele und aktuelle Fußballveranstaltungen betroffen
Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey jeweils zwei internationale Playoff-Partien zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehmer stattfinden. Die aktuelle Gewalteskalation wirft jedoch ernste Fragen zur Durchführbarkeit dieser Veranstaltungen auf.
Am vergangenen Sonntag wurden bereits zwei Erstligaspiele in Mexiko abgesagt. Die mexikanische Nationalmannschaft plant für diese Woche ein Freundschaftsspiel gegen Island in Queretaro, einer Stadt zwischen Guadalajara und Mexiko-Stadt gelegen. Ob dieses Spiel wie geplant stattfinden kann, bleibt zunächst ungewiss, obwohl der isländische Verband noch am Montagmorgen Trainingsbilder aus Mexiko veröffentlichte.
Internationale Reaktionen und Sicherheitswarnungen
Die Zeitung „AS Mexico“ schrieb: „Die Lage lässt die internationalen Alarmglocken schrillen, besonders in Bezug auf die Sicherheit der Besucher und die Organisation in einem der Hauptaustragungsorte des Turniers.“ Nachdem zuvor bereits die Situation beim Co-Gastgeber USA mit dem umstrittenen Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE für Empörung gesorgt hatte, rückt nun Mexiko in den kritischen Fokus.
Lokale Medien berichten, dass etwa 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten von den gewalttätigen Protesten nach dem Tod des Drogenbosses betroffen sein sollen. Es habe Tote und Verletzte gegeben, wobei offizielle Zahlen noch nicht vorliegen. Mehrere Botschaften, darunter auch die deutsche, riefen ihre Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf und rieten teilweise davon ab, Hotels zu verlassen.
Tennisturnier in Acapulco findet dennoch statt
Trotz der angespannten Sicherheitslage teilten die Organisatoren des ATP-Turniers in Acapulco mit, dass das Event mit Tennisstars wie Alexander Zverev wie geplant und unter normalen Bedingungen ausgespielt werden soll. Der Fußball-Weltverband FIFA wurde um eine Stellungnahme zur aktuellen Lage in Mexiko gebeten, eine Reaktion steht jedoch noch aus.
Die Gewalteskalation in Mexiko kommt zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, da das Land sich auf seine Rolle als einer von drei Gastgebern der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vorbereitet, die gemeinsam mit den USA und Kanada ausgerichtet wird. Die Sicherheitsbedenken könnten erhebliche Auswirkungen auf die Planung und Durchführung des sportlichen Großereignisses haben.



