Ginters blutiger Kampf: Hackentrick beschert Freiburg Sieg in Mainz
Es war ein Bundesliga-Duell der besonderen Art, das am Samstagabend in Mainz stattfand. Zwei europäische Überraschungsteams lieferten sich ein ausgeglichenes Spiel, das letztlich durch einen einzigen Standardsituation entschieden wurde. Der SC Freiburg setzte sich mit 1:0 beim 1. FSV Mainz 05 durch und holte sich damit wichtiges Selbstvertrauen für das anstehende Europa-League-Viertelfinalrückspiel.
Höler trifft gegen seine ehemalige U23
Der Siegtreffer fiel in der 67. Minute durch Lucas Höler. Der 31-jährige Stürmer, der früher selbst für die Mainzer U23 auflief, köpfte nach einer einfallsreichen Vorarbeit von Matthias Ginter zum entscheidenden 1:0 ein. Ginter hatte den Ball nach einem Einwurf mit der Hacke verlängert und so die Vorlage für Hölers Treffer geschaffen.
Besonders bemerkenswert war Ginters Auftritt, denn der 32-jährige Verteidiger kämpfte das gesamte Spiel über mit heftigem Nasenbluten. Nach einem Zusammenprall in der ersten Halbzeit konnte die Blutung trotz aller Bemühungen nicht gestillt werden. Dennoch zeigte Ginter eine beeindruckende Leistung und spielte bis tief in die zweite Halbzeit hinein.
Ginter kämpft mit Nasenbluten
Nach dem Spiel äußerte sich Ginter zu seiner ungewöhnlichen Situation: „Mich hat es natürlich genervt. Ich glaube, jeden im Stadion hat es auch genervt. Ich habe in der Halbzeit alles versucht, zuzukleben, was man sonst so machen kann.“ Für das anstehende Europa-League-Spiel gab der Nationalspieler vorsichtige Entwarnung: „Ich hoffe einfach, solange es jetzt nur das Blut ist und nichts weiter gebrochen oder sonstiges, ist alles gut.“
Teamkollege Igor Matanovic (23) nutzte die Gelegenheit, um erneut für eine WM-Nominierung Ginters zu werben: „Wenn man ihn nicht mitnimmt zur WM, dann verpasst du halt einfach einen Spieler, der dir wirklich das gibt, was du brauchst, und bei dem du weißt, was du von ihm kriegst.“ Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte sich bislang gegen eine Nominierung des erfahrenen Verteidigers ausgesprochen.
Mainz verliert wichtige Serie
Für Mainz bedeutet die Niederlage das Ende einer beeindruckenden Serie. Neun Spiele in Folge waren die Rheinhessen ungeschlagen geblieben, was nicht nur die Europa-Euphorie entfacht, sondern auch den Sprung auf Platz 9 der Bundesliga-Tabelle ermöglicht hatte.
Trainer Urs Fischer (60) zeigte sich dennoch versöhnlich: „Die Mannschaft hat sehr vieles richtig gemacht. Du kannst nicht alles perfekt verteidigen.“ Statt sich auf die Niederlage zu konzentrieren, will Fischer an der Offensive arbeiten, um in Zukunft klarere Torchancen zu kreieren.
Comeback für Mainzer Stars
Ein positiver Aspekt für Mainz war das Comeback zweier Schlüsselspieler. Spielmacher Nadiem Amiri (29) und Flankenspezialist Anthony Caci (28) kehrten nach Verletzungspausen zurück auf den Platz.
Sportdirektor Niko Bungert (39) kommentierte: „Wir sind froh, weil gerade Caci eine sehr lange Leidenszeit hatte und wir ihm das jetzt gönnen, wieder auf dem Platz zu sein. Und wir wissen natürlich, dass beide eine brutale Qualität haben.“ Trotz der Enttäuschung über die Niederlage betonte Bungert: „Wir verlieren natürlich weiterhin nicht gerne. Grundsätzlich schmerzt uns das heute, aber wirft uns nicht aus der Bahn.“
Ausblick auf europäische Aufgaben
Beide Teams blicken nun auf wichtige europäische Aufgaben. Mainz muss am Donnerstag das Viertelfinal-Rückspiel der Conference League in Straßburg bestreiten, nachdem das Hinspiel mit 2:0 gewonnen wurde. Freiburg hingegen reist mit einem 3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel ins Viertelfinale der Europa League gegen Vigo.
Das Duell in Mainz zeigte einmal mehr, wie eng die Bundesliga mittlerweile ist. Zwei Teams, die in dieser Saison europäische Überraschungen geliefert haben, lieferten sich ein taktisch interessantes Spiel, das letztlich durch eine individuelle Glanzleistung entschieden wurde. Matthias Ginter bewies dabei nicht nur fußballerische Klasse, sondern auch außergewöhnlichen Kampfgeist unter schwierigsten Bedingungen.



