Gladbachs 17-jähriges Wunderkind schreibt Vereinsgeschichte
Wael Mohya (17) setzt seine beeindruckende Karriere beim VfL Borussia Mönchengladbach fort und schreibt weiterhin Vereinsgeschichte. Der junge Offensivspieler hat bereits im Oktober vergangenen Jahres einen ersten Rekord aufgestellt, als er mit nur 16 Jahren im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC (3:1) eingewechselt wurde und damit Karlheinz Pflipsen als jüngsten Pflichtspiel-Debütanten des Vereins ablöste. Pflipsen hatte diese Bestmarke seit 1988 – also ganze 37 Jahre lang – gehalten.
Historisches Tor gegen Bayern München
Nun hat Mohya einen weiteren historischen Meilenstein erreicht. Beim 1:4-Auswärtsspiel in München erzielte der 17-Jährige in der 89. Spielminute als Einwechselspieler das Ehrentor für Gladbach und wurde damit zum jüngsten Bundesliga-Torschützen in der 125-jährigen Geschichte des VfL. Das Tor fiel nach einer Vorlage von Fabio Chiarodia (20), der zuvor am Pfosten gescheitert war. Interessant dabei: Trainer Eugen Polanski (39) hatte Mohya erst in der 84. Minute eingewechselt, obwohl der Jugendliche eine Woche zuvor bei seinem Bundesliga-Startelfdebüt – ebenfalls ein Vereinsrekord – eine starke Leistung beim 1:0-Heimsieg gegen Union Berlin gezeigt hatte.
Polanski äußerte sich gegenüber BILD zu Mohyas besonderem Moment: „Fast schade, dass das bei so einem Ergebnis am Ende ein bisschen untergeht. Aber das erste Tor der Karriere gegen Bayern München zu erzielen – da kann man sich Schlechteres aussuchen. Das wird der Junge für die Ewigkeit behalten.“ Der Trainer betonte zudem die Bedeutung des Talents für die anstehenden Abstiegskrimis gegen St. Pauli und den 1. FC Köln: „Wir werden ihn weiter gut begleiten und brauchen ihn gegen St. Pauli und Köln sicher, auch weil er bei den Fans so gut ankommt. Und bei mir auch...“
Soziales Engagement neben dem Profifußball
Eine besonders interessante Facette von Mohyas Leben ist sein Engagement neben dem Fußball. Nach seinem Schulabschluss mit der Mittleren Reife absolviert der 17-Jährige aktuell ein Freiwilliges Soziales Jahr – und ist damit der einzige Spieler bei Borussia Mönchengladbach, der neben seiner Profikarriere noch einer regelmäßigen Arbeit nachgeht.
Trainer Polanski erklärte dazu: „Wael hat schon noch ein paar Verpflichtungen. Da muss er dann nachmittags mehr oder weniger auch mal arbeiten. Es ist nicht so, dass er nach dem Training einfach nach Hause fahren, sich auf die Couch legen und nur noch chillen kann.“ Diese Sozialarbeit könnte sich im stressigen Abstiegskampf sogar als vorteilhaft erweisen, da sie für Ablenkung und Ausgleich sorgt.
Der Gladbach-Coach lobte zudem die Einstellung seines jungen Spielers: „Wael will immer dazulernen und kommt täglich mit einem Lachen im Gesicht zum Training. Das tut uns allen gut!“ Diese positive Grundhaltung und sein außergewöhnliches Talent machen Mohya zu einer echten Hoffnungsfigur für den traditionsreichen Verein in schwierigen Zeiten.



