Gladbachs Schiri-Frust: Rote Karte gegen Reitz sorgt für Empörung vor Abstiegskämpfen
Kollektives Entsetzen beim VfL Borussia Mönchengladbach nach der höchst umstrittenen Roten Karte von Schiedsrichter Robert Schröder (40) gegen Kapitän Rocco Reitz (23) beim 1:4 in München. Der VfL verliert ausgerechnet vor den entscheidenden Abstiegsspielen seinen Leitwolf auf dem Platz.
Doppelbestrafung im Münchner Olympiastadion
In der 55. Minute des Bundesligaspiels beim FC Bayern München entschied Schiedsrichter Robert Schröder nach einem Zweikampf zwischen Reitz und Bayern-Stürmer Nicolas Jackson (24) auf Elfmeter für die Münchner und zeigte dem Gladbacher Kapitän zusätzlich die Rote Karte. Dabei hätte der Unparteiische nach Ansicht vieler Experten auf Vorteil entscheiden können, da Jackson trotz des Festhaltens weiterlief und zu einem Torabschluss kam, den Gladbach-Keeper Moritz Nicolas (27) noch parieren konnte.
Stattdessen verwandelte Jamal Musiala den Elfmeter zum 3:0, und Reitz musste das Feld verlassen. Für den 23-Jährigen droht nun eine Sperre von ein bis zwei Spielen – ausgerechnet vor dem Zitterspiel am kommenden Freitag gegen Kellerkonkurrent St. Pauli und möglicherweise auch vor dem rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln am darauffolgenden Samstag.
Gladbach-Führung zeigt sich fassungslos
Sportdirektor Rouven Schröder (50) zeigte sich nach dem Spiel fassungslos über die Entscheidung seines Namensvetters: „Wir suchen hier keine Ausreden, aber das ist alles richtig schlecht für uns gelaufen. Ich verstehe die Doppelbestrafung auch nicht, die Szene kann man sich zumindest mal ansehen.“ Der Gladbach-Boss betonte die Bedeutung der Entscheidung für den Verein im Abstiegskampf und verwies zudem auf ein mögliches Foul an Hugo Bolin vor dem 0:2, das ebenfalls nicht überprüft worden sei.
Auch Trainer Eugen Polanski (39) hatte kein Verständnis für die Schiedsrichterleistung: „Wenn man in München etwas holen will – und das wollten wir eindeutig – dann brauchst du einen Gegner, bei dem nicht alles passt und einen Schiedsrichter, der richtige Entscheidungen trifft. Beides lag leider nicht vor.“ Der Coach betonte, dass nach Elfmeter und Roter Karte das Spiel entschieden gewesen sei, obwohl seine Mannschaft besonders in der ersten Halbzeit stark gegen den Rekordmeister gehalten habe.
Konsequenzen für den Abstiegskampf
Die mögliche Sperre von Rocco Reitz kommt für die Borussia zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. In den kommenden beiden Spielen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf fehlt dem Team nicht nur der Kapitän, sondern auch eine der identitätsstiftenden Figuren im Mittelfeld. Die Doppelbestrafung durch Elfmeter und Rote Karte wird in Mönchengladbach als besonders hart empfunden, da nach Ansicht der Verantwortlichen eine reine Verwarnung oder sogar eine Vorteilsentscheidung möglich gewesen wäre.
Die Diskussion um die Schiedsrichterentscheidung dürfte die kommenden Tage bestimmen, während sich der VfL gleichzeitig auf die entscheidenden Duelle im Kampf um den Klassenerhalt vorbereiten muss. Die Borussia steht nach der Niederlage in München weiterhin tief im Abstiegskampf und kann sich weitere personelle Ausfälle kaum leisten.



