Gündogan: Guardiola das Maß aller Dinge, Messi ein Jahrhunderttalent
Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Ilkay Gündogan, hat in einem ausführlichen Interview klare Präferenzen bei Trainern und Spielern geäußert. Der 35-jährige Mittelfeldspieler, der aktuell bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht, gab dabei tiefe Einblicke in seine Karriere und seine Sicht auf den modernen Fußball.
Guardiola gegen Klopp: Eine Frage der Intensität
In einem Fragebogen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bekannte Gündogan, dass ihm die Frage nach Pep Guardiola oder Jürgen Klopp vermutlich häufiger gestellt werde als die nach seinem persönlichen Befinden. „Die lange und intensive Zusammenarbeit bei Manchester City spricht für Guardiola“, erklärte der Fußballprofi und bezeichnete den Spanier als seinen Lieblingstrainer.
Dennoch zollte Gündogan auch Klopp großen Respekt: „Was Kloppo in Deutschland und England geleistet hat, war trotzdem eine 11 von 10. Besser geht es einfach nicht“, fügte er über den erfolgreichen Trainer hinzu, der sowohl Borussia Dortmund als auch Liverpool FC zu Meistertiteln führte.
Messi: Ein Phänomen für die Ewigkeit
Als besten Gegenspieler seiner Karriere nannte Gündogan ohne Zögern Lionel Messi. Der argentinische Weltmeister, der mittlerweile bei Inter Miami in der nordamerikanischen MLS spielt und dort im Vorjahr den Titel gewann, entziehe sich nach Gündogans Worten jeder taktischen Logik.
„Man kann ihn achtzig Minuten lang kontrollieren, und in den restlichen zehn zerstört er das gesamte taktische Konstrukt“, beschrieb Gündogan die Fähigkeiten des 38-Jährigen. Er gehe sogar davon aus, „dass es so einen Fußballer möglicherweise auf Jahrzehnte hinaus nicht mehr geben wird“.
Kritik am übervollen Spielplan
Gündogan äußerte sich auch kritisch zur zunehmenden Belastung im Profifußball. Er sehe eine „zunehmende Übersättigung durch immer mehr Spiele und Wettbewerbe“, die sowohl die Qualität der Spiele als auch die Gesundheit der Spieler gefährde.
„Ich könnte mir unmöglich vorstellen, in meiner Karriere über 15 bis 20 Jahre hinweg durchgängig 60 bis 70 Spiele pro Saison zu absolvieren“, gestand der 82-malige Nationalspieler. Er sei froh, nicht erst 18 Jahre alt zu sein und diesem extremen Spielermarathon ausgesetzt zu sein.
Visionäre Trainer und eigene Zukunftspläne
Der Mittelfeldspieler erklärte, er blicke mit größtem Respekt auf jeden Trainer, der eine klare Vision habe und diese auch vermitteln könne. „Pep Guardiola ist in dieser Hinsicht für mich das Maß aller Dinge“, betonte Gündogan.
Über seine eigene Zukunft nach der aktiven Karriere sagte er: „Meine Trainerkarriere einmal an seiner Seite zu starten, wäre ein Traum. Aber wer weiß, ob Pep bis dorthin noch als Trainer aktiv ist“. Damit deutete Gündogan an, dass eine Trainerlaufbahn für ihn durchaus denkbar wäre – idealerweise unter der Anleitung seines Idols Guardiola.



