Goretzka im Finale der Bayern-Karriere: Der letzte Klassiker als besonderes Derby
München – Als Borussia Dortmund am Mittwochabend mit einer 4:1-Niederlage gegen Bergamo aus der Champions League ausschied, befand sich Leon Goretzka in einem ganz anderen Ambiente. Der 30-jährige Mittelfeldspieler saß während des Spiels in der ersten Reihe der „Best Brands Germany“-Gala im Münchner Bayrischen Hof, neben Podcaster Tommi Schmitt und Ex-Kollege Christoph Kramer, und verfolgte die Nachrichten auf seinem Handy mit ungläubigem Blick.
„Dortmund ist übrigens eben ausgeschieden...“
Später auf der Bühne erwähnte Goretzka beiläufig: „Dortmund ist übrigens eben ausgeschieden...“ Diese Niederlage macht das anstehende Bundesliga-Spiel zwischen dem BVB und Bayern München zur allerletzten Titelchance für die Dortmunder. Ein Sieg könnte noch einmal Spannung in die Meisterschaft bringen – etwas, das Goretzka natürlich verhindern möchte.
Für den Nationalspieler hat dieses Spiel eine besondere Bedeutung, denn es wird mit großer Wahrscheinlichkeit sein letzter Klassiker in einem Bayern-Trikot sein. Goretzka wird den Rekordmeister im Sommer verlassen und blickt dementsprechend gespannt auf die Begegnung.
Ruhrgebiet-Wurzeln machen das Spiel zum Derby
„Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf das Spiel“, erklärte Goretzka bei der Gala. „Ich komme ja aus dem Ruhrgebiet, ich komme aus Bochum und dementsprechend sind die Spiele gegen den BVB für mich schon immer etwas Besonderes gewesen. Das hat sich jetzt mit der Zeit bei Bayern auch nicht geändert. Für mich ist es immer noch ein Derby und ich bin heiß auf das Spiel!“
Die große Frage bleibt jedoch, ob Trainer Vincent Kompany den Mittelfeldspieler überhaupt einsetzen wird. In den letzten Spielen kam Goretzka nur als Joker zum Einsatz, und auch im Hinspiel gegen Dortmund bildeten Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic das Mittelfeldzentrum.
Umgang mit Kritik und Auf-und-Ab-Phasen
Bei der Best-Brands-Gala, auf der unter anderem sein Partner Adidas als „Best Sports Brand“ ausgezeichnet wurde, sprach Goretzka auch über seine wechselhafte Zeit in München und seinen Umgang mit Kritik. „Insgesamt ist Einordnung für mich das Allerwichtigste. Und auf jeden Fall die eigene Überzeugung. Wenn man sich an die hält, dann kann man mal das Glück haben, so wie ich, aus diesen Zeiten wieder rauszukommen. Ich glaube, dass das immer der richtige Weg ist, sich selbst treu zu bleiben, das kann ich nur dir empfehlen.“
Goretzka als überraschender VAR-Befürworter
In einer Zeit, in der viele Fußballstars über den Video-Assistenten (VAR) schimpfen und seine Abschaffung fordern, positioniert sich Goretzka überraschend klar als Befürworter der Technologie. „Ich bin Befürworter des VAR. Ich habe die Überzeugung, dass das den Sport fairer macht. Wenn am Ende ein entscheidendes Finale beispielsweise durch ein Abseits-Tor entschieden wird und du dann auch um deinen wahrscheinlich hart verdienten Erfolg gebracht wirst, tut das weh. Und ich glaube, dass da der VAR den Sport einfach fairer macht. Trotzdem sind wir uns alle einig, dass es da noch ein paar Anpassungen braucht.“
Mit dieser Einstellung und seiner besonderen Motivation für das Spiel gegen Dortmund bereitet sich Goretzka auf einen emotionalen Abschied vom Klassiker vor – ein Spiel, das für ihn trotz seiner Bayern-Zugehörigkeit immer noch den Charakter eines echten Derbys behalten hat.



