Goretzka interpretiert Nagelsmanns WM-Worte als Antrieb statt Garantie
Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka hat die ermutigenden Aussagen von Bundestrainer Julian Nagelsmann über eine mögliche Schlüsselrolle bei der anstehenden Weltmeisterschaft nicht als automatisches Ticket für das Turnier interpretiert. Stattdessen betonte der 31-jährige Mittelfeldakteur nach einem überzeugenden Auftritt beim 4:1-Sieg des FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach, dass Nagelsmanns Worte für ihn „eine Motivation“ darstellen und keineswegs einen „Freifahrtschein“ bedeuten.
Nagelsmanns Vertrauen als besondere Anerkennung
In einem aktuellen Interview mit dem „Kicker“ hatte der Bundestrainer zu Goretzka im Hinblick auf die WM-Endrunde in Kanada, Mexiko und den USA erklärt: „Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali.“ Der 67-fache Nationalspieler war während der ersten Saisonhälfte in allen sechs Partien der DFB-Auswahl in der WM-Qualifikation eingesetzt worden, davon viermal über die volle Spielzeit.
„Überrascht hat mich das eigentlich nicht. Ich habe in der Quali jedes Spiel gemacht“, kommentierte Goretzka die Aussagen Nagelsmanns zur Besetzung des defensiven Mittelfeldes. Der Bundestrainer schätzt ihn dort mit einem speziellen Profil ein, das andere WM-Kandidaten auf dieser Position in dieser Form nicht bieten könnten.
Persönliche Genugtuung nach EM-Aus 2024
Für Goretzka wäre eine tragende Rolle bei der Weltmeisterschaft eine besondere Genugtuung und ein bedeutender Erfolg. Hintergrund ist, dass Nagelsmann ihn für die Heim-Europameisterschaft 2024 nicht nominiert hatte. Über diese Entscheidung seien sie „unterschiedlicher Meinung“ gewesen, wie Goretzka einräumte. Diese Differenzen habe man jedoch „ausgeräumt“. Nun wolle er das entgegengebrachte Vertrauen des Bundestrainers weiterhin rechtfertigen und zurückzahlen.
Gladbach-Spiel als Demonstration der Stärken
Im Bundesligaspiel gegen Gladbach stand Goretzka erneut in der Startformation der Münchner und präsentierte sich in Topform. Besonders seine offensiven Qualitäten kamen mehrmals zum Tragen. Der Höhepunkt seiner Leistung war ein gekonnter Lupfer auf Luis Díaz, den der Angreifer volley zum 1:0 verwertete. „Es war eine meiner schöneren Vorlagen“, resümierte Goretzka selbstzufrieden.
Bayerns Sportvorstand Max Eberl lobte den Mittelfeldspieler nach dem Spiel ausdrücklich: „Das Tor bereitet er herausragend vor. Und dass er eine große Wertschätzung genießt in Deutschland, ich glaube, das ist jetzt auch nicht überraschend.“ Ob das Interview von Nagelsmann ihn zusätzlich beflügelt habe, „das müsste man ihn selbst fragen“, merkte Eberl an. „Aber seine Leistung heute war wirklich gut.“
Zukunftspläne: Abschied von Bayern und Wechsel ins Ausland
Mit dem FC Bayern strebt Goretzka noch ein weiteres Triple nach dem Erfolg von 2020 an, bevor er den deutschen Rekordmeister im Sommer nach insgesamt acht Jahren verlassen wird. Sein auslaufender Vertrag wird nicht verlängert. Die genaue Zukunft des 31-Jährigen ist noch offen, jedoch wird es nicht mehr die Bundesliga sein. „So weit kann man schon gehen, dass das Ausland mich reizen würde“, verriet Goretzka. Für einen solchen Schritt sei es jetzt wohl die letzte Gelegenheit, ergänzte der erfahrene Spieler.
Beim FC Bayern sind Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic derzeit die Erstbesetzung im defensiven Mittelfeld, Goretzka steht dahinter. In der Nationalmannschaft soll Kimmich laut Nagelsmann im WM-Jahr jedoch weiterhin auf der rechten Abwehrseite agieren. Diese taktische Ausrichtung könnte Goretzka zusätzliche Chancen im zentralen Mittelfeld der DFB-Elf eröffnen.



