Strittige Szene beim Pokal-Kracher: Gräfe sieht klaren Elfer für Leipzig
Beim hochkarätigen Pokalspiel zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig am 11. Februar 2026 sorgte eine umstrittene Szene in der 27. Spielminute für erheblichen Wirbel. Leipzigs junger Stürmer Antonio Nusa (20) ging nach einem intensiven Duell mit Bayern-Verteidiger Josip Stanisic (25) an der Strafraumkante zu Boden. Die Bilder zeigen deutlich, wie Stanisic seinen Fuß zwischen die Beine des Leipzigers stellt – ein Foul, das außer Frage steht.
Schiedsrichter lässt weiterspielen – VAR greift nicht ein
Schiedsrichter Daniel Siebert entschied jedoch auf Weitergehen und ließ das Spiel ohne Unterbrechung laufen. Im Anschluss wurde die Situation zwar vom Video-Assistenten (VAR) überprüft, doch dieser griff nicht in die Entscheidung ein. Die entscheidende Frage blieb dabei ungeklärt: Fand der Kontakt innerhalb oder außerhalb des Strafraums statt? Aus Sicht vieler Experten hätte dies einen klaren Strafstoß für RB Leipzig bedeutet.
Manuel Gräfe meldet sich bei X mit klarer Kritik
BILD-Schiedsrichter-Experte Manuel Gräfe (52) äußerte sich noch während des laufenden Spiels auf der Plattform X und ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. „Klarer Elfer für RB Leipzig!“, postete der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter. In einem weiteren Beitrag präzisierte er seine Einschätzung: „Linker Fuß steht schon an der Linie & der Kontakt ist definitiv auf fast Kniehöhe und damit mindestens 20-30 cm weiter & über der Strafraumlinie, die zum Strafraum gehört.“
Gräfe verweist auf vergleichbare Szene beim BVB
Zur Untermauerung seiner Argumentation verwies Gräfe auf eine ähnliche Situation im Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC St. Pauli zu Beginn der Rückrunde. In jenem Spiel hatte es nach VAR-Eingriff einen Strafstoß für den BVB gegeben, nachdem der Schiedsrichter seine ursprüngliche Freistoß-Entscheidung korrigierte. „Wir erinnern uns an #BVBFCST .. da gab es zu Recht Elfer… Diese Unterschiede versteht keiner!“, kritisierte Gräfe die fehlende Einheitlichkeit bei solchen Entscheidungen.
Bittere Ironie für Leipzig nach der Pause
Die Nicht-Entscheidung zu Gunsten Leipzigs wog umso schwerer, als die Bayern in der zweiten Halbzeit selbst einen Strafstoß zugesprochen bekamen. Ausgerechnet Josip Stanisic, der in der umstrittenen Szene involviert war, wurde hierbei gefoult. Harry Kane verwandelte den Elfmeter zum 1:0 für den FC Bayern – ein Ergebnis, das die Diskussionen um die verpasste Chance für Leipzig weiter anheizte.
Die Debatte um die Schiedsrichterleistung und die Rolle des VAR wird damit auch nach diesem Spiel weitergehen. Insbesondere die fehlende Konsistenz bei der Bewertung von Strafraum-Szenen bleibt ein zentraler Kritikpunkt, den Experten wie Manuel Gräfe immer wieder ansprechen.



