Grimaldo warnt vor Erschöpfung: Leverkusen lässt wichtige Punkte liegen
Die Partie in Freiburg wurde zu einem emotionalen Wechselbad für Bayer Leverkusen. Nach einem offensiv starken Auftakt und einem sensationellen Freistoßtor von Alejandro Grimaldo zum 2:2 kassierte die Werkself in der Schlussphase den Ausgleich durch Matthias Ginter. Das 3:3 fühlte sich für die Leverkusener wie eine Niederlage an, besonders im Hinblick auf den Kampf um die Champions-League-Plätze.
Defensive Schwächen kosten zwei Punkte
Trainer Kasper Hjulmand zeigte sich enttäuscht über die Leistung seiner Mannschaft in den letzten Spielminuten. „In den letzten 15, 20 Minuten haben wir nur verteidigt und ohne Dominanz gespielt. In einer Situation haben wir nicht gut genug verteidigt, deswegen fällt das 3:3“, analysierte der dänische Trainer die schwache Schlussphase. Die defensive Instabilität war ein wiederkehrendes Problem in dieser Saison.
Torwart Janis Blaswich und seine Teamkollegen standen nach dem Abpfiff sichtlich enttäuscht vor den mitgereisten Fans. Die Leverkusener hatten in Freiburg mit zahlreichen Ausfällen zu kämpfen: Mark Flekken, Arthur, Lucas Vázquez, Patrik Schick, Nathan Tella, Loïc Badé und Eliesse Ben Seghir fehlten allesamt verletzt.
Grimaldo mit deutlicher Warnung
Alejandro Grimaldo, der mit seinem Freistoßtor kurzzeitig für die Führung gesorgt hatte, äußerte sich besorgt über die Perspektiven des Teams. „Wir haben versucht, dieses Spiel zu gewinnen, weil wir unser Ziel in der Bundesliga erreichen wollen, das ist die Champions League“, sagte der Spanier. Doch er machte deutlich, dass die Belastung der Spieler ein ernstes Problem darstellt.
„Wir sind noch in drei Wettbewerben, haben aber aktuell nicht viele Spieler zur Verfügung. Es ist schwierig für die Mannschaft, die Spieler sind wirklich müde“, so Grimaldo weiter. Die Statistiken untermauern seine Aussage: Während Freiburg 125,11 Kilometer lief, schaffte Leverkusen nur 117,28 Kilometer.
Kritische Ausgangslage im Tabellenkampf
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
- Leverkusen hat bereits 39 Pflichtspiele absolviert
- In den letzten sechs Bundesliga-Spielen nur neun Punkte geholt
- Stuttgart und Leipzig holten im gleichen Zeitraum je elf Punkte
- Hoffenheim sammelte zehn Zähler
Obwohl Leverkusen nur drei Punkte hinter dem Tabellenvierten Stuttgart liegt, klingt Grimaldos Prognose skeptisch: „Wir versuchen es bis zum Ende, aber es wird nicht einfach.“ Die kommende Partie gegen Bayern München muss der Spanier zudem pausieren – er ist nach seiner fünften gelben Karte gesperrt.
Die Werkself steht vor einer entscheidenden Phase der Saison. Die Müdigkeit der Spieler, kombiniert mit den zahlreichen Verletzungen und der hohen Belastung durch drei parallel laufende Wettbewerbe, könnte den Traum von der Champions-League-Teilnahme gefährden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Leverkusen die Kraft für den Endspurt findet oder ob die Erschöpfung am Ende den Ausschlag gibt.



