Senegals Gueye signalisiert Bereitschaft zur Medaillenübergabe
In einer überraschenden Geste hat der senegalesische Fußballnationalspieler Idrissa Gueye angeboten, die Medaillen für den Sieg beim Afrika-Cup an Marokko „zu übergeben“, falls dies dazu beitragen könnte, „Spannungen zu entschärfen“. Der Profi des FC Everton machte diese Aussage am Samstag nach dem 3:0-Erfolg seiner Mannschaft in der Premier League gegen den FC Chelsea. Gleichzeitig betonte der 128-malige Nationalspieler unmissverständlich, dass er seine Mannschaft weiterhin als rechtmäßigen Sieger der Afrikameisterschaft betrachtet.
„Titel gewinnt man auf dem Platz, nicht in Büros“
„Das ist einfach lächerlich. Ein Fußballspiel gewinnt man auf dem Platz, das haben wir in Marokko getan“, erklärte Gueye im Interview mit dem französischen TV-Sender Canal+. Der Spieler, der im Finale den gesperrten Kapitän Kalidou Coulibaly vertreten hatte, fügte entschieden hinzu: „Wir verdienen es, Afrikameister zu sein, wir sind Afrikameister. Titel gewinnt man auf dem Platz, nicht in Büros.“
Mit Blick auf den angekündigten Einspruch des senegalesischen Fußballverbands gegen die Titelaberkennung äußerte Gueye persönliche Bedenken: „Wenn es nach mir ginge, hätte ich dem Verband geraten, keine Berufung einzulegen.“ Der afrikanische Fußballverband CAF hatte Senegal am vergangenen Dienstag den Kontinental-Titel aberkannt und das Spiel stattdessen mit 3:0 für Marokko gewertet. Noch in derselben Nacht kündigte der senegalesische Verband an, Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne einzulegen.
Chaotische Szenen während des Endspiels
Die kontroverse Entscheidung der CAF geht auf chaotische Szenen während des Endspiels am 18. Januar zurück. Gueyes Mannschaft war nach einer umstrittenen Elfmeterentscheidung für Marokko in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit zunächst geschlossen vom Platz gegangen. Erst nach einer längeren Unterbrechung kehrten die Spieler zurück, während senegalesische Fans Gegenstände auf das Spielfeld warfen und versuchten, den Platz zu stürmen. Der Marokkaner Brahim Diaz verschoss seinen Elfmeter, kurz darauf erzielte Papa Gueye das 1:0 für Senegal.
„Ich verpflichte mich persönlich, die Medaillen zusammenzutragen“, bekräftigte Idrissa Gueye seine Bereitschaft zur Medaillenübergabe. Diese Geste soll jedoch nicht als Anerkennung der CAF-Entscheidung verstanden werden, sondern vielmehr als Versuch, die angespannte Situation zwischen den Fußballnationen zu beruhigen. Der Konflikt um den Afrika-Cup-Titel bleibt damit weiterhin ungelöst und wird voraussichtlich auf juristischer Ebene fortgesetzt.



