Der VfB Stuttgart hat durch ein dramatisches Tor in der Verlängerung das DFB-Pokalfinale erreicht. Im Halbfinale gegen den SC Freiburg siegten die Schwaben mit 2:1 (0:1, 1:1, 1:1) – und das dank eines Treffers, der in die Geschichte eingehen wird.
Früher Rückstand, dann Überlegenheit
Die Partie begann für die Stuttgarter denkbar schlecht. Bereits in der 12. Minute gerieten sie durch einen Treffer von Freiburgs Vincenzo Grifo in Rückstand. Der SC Freiburg spielte zunächst mutig auf und hielt den VfB in Schach. Doch je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr übernahmen die Hausherren die Kontrolle. Stuttgart drängte auf den Ausgleich, scheiterte aber immer wieder an der gut organisierten Freiburger Abwehr oder am eigenen Unvermögen.
Druck und Belohnung
Nach dem Seitenwechsel war Stuttgart das klar überlegene Team. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß erspielte sich zahlreiche Chancen, doch der Ball wollte nicht ins Tor. Freiburg konzentrierte sich auf Konter und lauerte auf Fehler der Stuttgarter. In der 78. Minute dann der verdiente Ausgleich: Nach einer Ecke köpfte Waldemar Anton den Ball unhaltbar ins Netz. Das Stadion bebte, die Stuttgarter Fans glaubten an die Wende.
Verlängerung voller Dramatik
In der regulären Spielzeit fiel kein weiteres Tor, sodass die Entscheidung in der Verlängerung fallen musste. Beide Teams waren nun vorsichtiger, um keinen entscheidenden Fehler zu machen. Die Stuttgarter blieben spielbestimmend, doch Freiburg verteidigte leidenschaftlich. Als sich alle schon auf ein Elfmeterschießen einzustellen schienen, schlug die große Stunde von Tiago Tomás.
Der magische Moment
In der 119. Minute, nur wenige Sekunden vor dem Abpfiff, setzte sich Tomás auf der rechten Seite durch. Seine Flanke geriet etwas zu lang, doch der Ball wurde von einem Freiburger Verteidiger unglücklich verlängert. Tomás, der bereits im Strafraum stand, reagierte blitzschnell und beförderte das Leder mit der Hacke ins Tor. Ein Treffer, der wie ein Märchen anmutet – artistisch, unerwartet und entscheidend. Die Stuttgarter Spieler und Fans brachen in Jubel aus, während die Freiburger fassungslos auf dem Rasen lagen.
Einzug ins Finale
Mit diesem Sieg steht der VfB Stuttgart im Finale des DFB-Pokals. Dort treffen sie auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Für Stuttgart ist es die erste Finalteilnahme seit 2013, als sie den Pokal gewannen. Die Mannschaft um Kapitän Wataru Endo hat sich diesen Erfolg durch eine starke Saison und eine beeindruckende Moral verdient.
Das Spiel war ein perfektes Beispiel für den Reiz des Pokalwettbewerbs: Spannung, Dramatik und ein unvergesslicher Moment. Tiago Tomás wird diesen Hackentreffer wohl nie vergessen – und die Fans des VfB Stuttgart auch nicht.



