Die Veranstalter der "Bitpanda Hamburg Open" hatten den Montag am Rothenbaum zum "German Day" erklärt und 1000 schwarz-rot-goldene Fähnchen für die Fans anfertigen lassen. Ursprünglich sollte Alexander Zverev (29) die Massen begeistern, doch die Nummer 3 der Welt sagte kurzfristig ab. Dennoch traten vier deutsche Tennisprofis beim ATP500-Turnier mit einem Preisgeld von 2.219.670 Euro an, darunter ein neues Gesicht: Max Schönhaus (18).
Schönhaus sensationell qualifiziert
Am Sonntag hatte sich der Sauerländer erstmals für das Hauptfeld eines ATP-Turniers qualifiziert. In der ersten Runde traf er auf Yannick Hanfmann (34) aus Karlsruhe. Ursprünglich war Hanfmann João Fonseca (19) zugelost worden, doch der Brasilianer zog wegen Handgelenksproblemen zurück. So kam es zum Generationen-Duell. Hanfmann, die deutsche Nummer 55, siegte mit 6:3, 6:7, 6:4 und zeigte sich beeindruckt: "Max hat richtig gut gespielt. Das war richtig, richtig schwierig."
Hanfmann half Gegner mit Tipps
Bemerkenswert: Während der Qualifikation hatte Hanfmann Junioren-Bundestrainer Philipp Petzschner (42) unterstützt, um Matchpläne für Schönhaus zu entwickeln. "Ich bin in seiner Corner", erklärte Hanfmann. "Als die Ansetzung rauskam, hat Philipp mich angerufen und gefragt, ob er Max gegen mich coachen darf. Ich sagte natürlich. Wir wollen unser bestes Tennis spielen und sehen, was passiert. Ich freue mich, dass so jemand kommt. Er ist nicht nur ein guter Tennisspieler, sondern auch ein sehr interessanter. Er schlägt eine einhändige Rückhand und spielt großartige Stopps. Ich habe heute kein Highlight für mich gesehen, aber er macht so viele Highlight-Schläge."
Schönhaus revanchierte sich: "Yannick ist ein mega-lieber Mensch und ein toller Tennisspieler. Es war eine Ehre, gegen ihn zu spielen. Er hat mir echt geholfen." Trotz der Niederlage zog er ein positives Fazit: "Es war ein mega, mega Turnier." Er erhielt 17.310 Euro Preisgeld, das höchste seiner Karriere. Hanfmann ist überzeugt, dass Schönhaus noch weit kommen wird: "Ich hoffe, dass die Nummer 2 in Deutschland künftig eher mit den Top 20 zu tun hat. Wer weiß, vielleicht ist er in ein paar Jahren so weit. Er wird kommen. Da freue ich mich drauf. Mit 34 Jahren ist das in Ordnung. Irgendwann reicht es dann auch."
Alex de Minaur findet sich selbst
Alex de Minaur (27) aus Australien, der als Ersatz für Zverev verpflichtet wurde, hatte zuvor in Barcelona, Madrid und Rom früh verloren. "Es war ein Segen, diese Woche in Hamburg spielen zu können", sagte er. "In den letzten Wochen habe ich gelitten und war mit meinem Spiel unzufrieden. Aber im Training habe ich etwas gefunden. Ich war eine Weile nicht ich selbst. Ich bin froh, mich heute wiedergefunden zu haben." Das zeigte sich beim 3:6, 6:4, 6:3-Sieg gegen Francisco Cerúndolo (27) aus Argentinien. "Ich bin sehr zufrieden, wie ich im Spiel geblieben bin. Ich bin stolz auf mich, nicht nur wegen des Sieges, sondern auch, weil ich einen sehr guten Spieler geschlagen habe."



