Depot erneut pleite: 1500 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Depot erneut pleite: 1500 Mitarbeiter bangen

Großostheim (Bayern) – Die angeschlagene Wohndeko-Kette Depot hat erneut Insolvenz angemeldet – bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres. Nach der letzten drastischen Schließungswelle drohen nun weitere Filialschließungen und neue Kündigungen. Rund 1500 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze.

Zweite Insolvenz in einem Jahr

Die GDC Deutschland GmbH stellte beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Eine Gerichtssprecherin bestätigte den Vorgang. Bereits 2024 hatte Depot ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Damals wurden bundesweit zahlreiche Mitarbeiter entlassen und unrentable Geschäfte geschlossen. Das Filialnetz schrumpfte von rund 400 auf etwa 150 Standorte. Parallel dazu verloren 2000 Mitarbeiter ihren Job. Nun sind die verbliebenen etwa 1500 Angestellten erneut in Sorge. Sie sollen zunächst Insolvenzgeld erhalten.

Sanierungspläne gescheitert

Gründerenkel und Geschäftsführer Christian Gries kündigte bereits Einschnitte an. Alle Depot-Shops würden erneut auf den Prüfstand kommen. „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und möglichst viele Filialen erhalten“, sagte er. Gleichzeitig kündigte er weitere Einsparungen an. Alle Standorte würden nun überprüft, Gespräche mit Vermietern liefen bereits – ähnlich wie bei der ersten Insolvenz. Im vergangenen Jahr hatte Gries im Interview mit BILD noch einen Neuanfang angekündigt. „Depot 2.0“ sollte aus der Rettung hervorgehen. Der Gründerenkel versprach niedrigere Preise, schnellere Trend-Produkte und ein moderneres Konzept. Depot solle „agiler“ werden und wieder ein „Kreativ-Hotspot“ sein. Von Aufbruchstimmung sprach er damals.

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Gründe für die erneute Pleite

Die Hoffnung auf den Neustart ist offenbar gescheitert. Als Gründe für die erneute Insolvenz nennt Gries Zölle, die wachsende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die allgemeine Kaufzurückhaltung der Verbraucher. „Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise“, erklärte er. Auf eine BILD-Anfrage zur Insolvenz antworteten weder die GDC Deutschland GmbH noch die beauftragten Sanierungsexperten Alexander Höpfner und Sven Tischendorf von der Kanzlei ACT Legal.

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