Expo oder Olympia? Spitzenkandidaten uneins über Berlins Chancen
Expo oder Olympia? Berliner Spitzenkandidaten streiten

Bei der Frage nach einer Berliner Bewerbung für die Weltausstellung Expo und für Olympische Spiele gehen die Ansichten der Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl deutlich auseinander. Auf Einladung des Hotel- und Gastronomieverbandes (Dehoga) Berlin trafen sie auf dem Euref-Campus in Schöneberg zusammen, um über die Zukunft der Stadt zu diskutieren.

Krach für beides, Jarasch für Expo

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach sprach sich klar für beide Großereignisse aus: „Ich trau' uns das auch zu“, sagte er selbstbewusst. Ganz anders sieht es Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch, die gemeinsam mit Werner Graf als Duo antritt. Sie setzt voll auf die Expo: „Ich glaube, dass der Zug abgefahren ist für Olympia und dass wir eine Riesenchance versemmeln, wenn wir die Expo nicht nach Berlin holen. Wir müssen nur 'hallo' sagen“, erklärte sie. „Ich möchte die Expo hier haben.“

Wegner widerspricht und bleibt gelassen

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der sich im Juni zum Spitzenkandidaten wählen lassen will, widersprach Jarasch deutlich. Der Zug für Olympische und Paralympische Spiele in Berlin sei keineswegs abgefahren. „Ich kann nur sagen, Berlin ist die Stadt mit der größten internationalen Strahlkraft“, betonte Wegner mit Blick auf die innerdeutsche Konkurrenz von Hamburg bis zum Ruhrgebiet. Sein Fazit: „ein klares Ja zu Olympia und auch ein klares Ja zur Expo in Schönefeld“. Er hob hervor, dass man bereits mit Brandenburg in Gesprächen sei. Zeitlichen Druck sehe er nicht, da es für die Weltausstellung bisher noch keine Bewerbung einer anderen Stadt gebe.

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Krach kontert: Nicht auf andere warten

SPD-Konkurrent Krach entgegnete prompt: „Warum müssen wir auf eine andere Stadt warten und dann erst loslegen?“ Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp erläuterte die Position ihrer Partei: Sie lehne Olympia ab, da es kein nachhaltiges Projekt sei, sondern viel Geld koste, ohne dass Berlin wirklich profitiere. Bei der Expo sei man hingegen offen, wenn ein konkretes Realisierungskonzept vorliege. Noch sei unklar, wie viele Steuergelder dafür nötig wären.

FDP schlägt Tegel vor

FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer sprach sich ebenfalls für beide Events aus, schloss sich aber der Skepsis der Grünen an: „Wir haben auch die Befürchtung, dass Berlin den Zug für Olympia verpasst hat.“ Für die Expo 2035 brachte er eine neue Idee ins Spiel: eine Nutzung des Geländes des ehemaligen Flughafens Tegel sowie einer zusätzlichen Fläche in Brandenburg.

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