Intensives Ostderby endet torlos: Hansa-Profi Krauß mit bitterer Selbstkritik
Das heiß erwartete Ostderby zwischen Energie Cottbus und Hansa Rostock endete mit einem torlosen 0:0, lieferte jedoch von der ersten Minute an packenden Fußball. Auf dem Rasen des Stadions der Freundschaft knisterte es in jeder Spielphase, harte Zweikämpfe und hitzige Duelle bestimmten das Bild. Beide Mannschaften hatten ihre klaren Torchancen, doch der entscheidende Treffer blieb an diesem Samstag aus.
Krauß vergibt größte Chance des Spiels
Die Schlüsselszene des Duells ereignete sich in der 34. Spielminute. Hansa-Profi Maximilian Krauß hatte sich freigelaufen und stand völlig unbedrängt vor dem Tor des FCE. Das gesamte Stadion hielt den Atem an, doch statt sofort abzuschließen, versuchte der 29-Jährige, am Torwart vorbeizugehen. In diesem entscheidenden Moment grätschte Cottbus-Verteidiger King Manu heran und vereitelte in letzter Sekunde die vermeintlich sichere Torchance.
Nach dem Schlusspfiff ging Krauß hart mit sich ins Gericht: „Im Nachhinein muss ich den Abschluss auf das lange Eck suchen. Der Winkel war etwas spitz, deswegen habe ich mich dafür entschieden, am Torwart vorbeizugehen. Es war dann ärgerlich, dass der Verteidiger in den Laufweg hineinkam. Schade, ich hätte schießen müssen.“
Trainer-Bewertungen der Schlüsselszene
Auch Hansa-Trainer Daniel Brinkmann ließ in seiner Analyse keinen Zweifel daran, wie er die Situation bewertete: „Er kommt nicht zum Abschluss in der Situation und da musst du den Gegner einfach killen, wenn du so ein Top-Spiel dann auch gewinnen möchtest.“ Die verpasste Chance wog umso schwerer, als beide Teams im engen Aufstiegsrennen der Liga jeden Punkt dringend benötigen.
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz sah ein insgesamt faires Duell auf Augenhöhe: „Hansa hatte zwei gute Chancen, wo wir in der Restverteidigung schlecht sind.“ Der erfahrene Trainer lobte zudem ungewöhnlich deutlich den Schiedsrichter Felix Prigan: „Er hat eine fantastische Leistung gebracht.“ Tatsächlich gehörte der Unparteiische zu den konstantesten Akteuren auf dem Platz.
Emotionale Rückkehr für Krauß
Für Maximilian Krauß bedeutete das Spiel eine besondere emotionale Rückkehr. Der 29-Jährige kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er früher für Energie Cottbus aktiv war. Trotz der intensiven Rivalität zwischen beiden Vereinen zeigte sich Krauß bewegt: „Ich weiß, das klingt jetzt blöd – das wird kein Cottbus-Fan verstehen –, aber ich habe mich sehr gefreut. Das ist ein tolles Stadion hier, wo ich schöne Momente hatte. Ich habe immer gesagt, ich respektiere das, wenn das andersherum nicht so ist.“
Im Verlauf der Partie konnte der schnelle Flügelspieler mehrfach nur durch Fouls gestoppt werden, was die Gefährlichkeit seiner Läufe unterstrich. Für die kommenden Spiele machte Krauß die Marschroute klar: „Wir müssen jetzt schauen, dass wir gegen Duisburg daheim sogar auf Sieg spielen.“
Wollitz sieht Energie weiter im Rennen
Für Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz stand am Ende vor allem eine Erkenntnis im Vordergrund: „Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand. Das ist Wahnsinn als Energie Cottbus.“ Das Unentschieden lässt beide Teams im Aufstiegsrennen der Liga im Rennen, auch wenn die verpasste Siegchance von Hansa Rostock besonders schmerzt.
Das Ostderby bewies einmal mehr, warum diese Begegnungen zu den Höhepunkten der Saison zählen. Intensive Zweikämpfe, emotionale Momente und knappe Entscheidungen prägten das Spiel, das trotz des torlosen Endstands lange in Erinnerung bleiben wird. Beide Teams zeigten kämpferischen Einsatz und lieferten sich ein faires, aber hart umkämpftes Duell.



