Maritimer Weltrekord kann sportliche Enttäuschung nicht verhindern
Die Hansa-Fans im voll besetzten Ostseestadion erlebten am Samstag einen Tag der extremen Gegensätze. Während vor dem Spiel noch ein außergewöhnlicher Weltrekord gefeiert wurde, folgte auf dem Platz eine bittere 2:3-Niederlage gegen Viktoria Köln, die das Aufstiegsrennen der Rostocker erheblich erschwert.
42,37 Meter maritimes Kunstwerk
Bereits in den frühen Morgenstunden begannen die Vorbereitungen für ein kulinarisches Spektakel. Unter der Leitung des Cateringpartners w.Holz GmbH wurde das weltweit längste Fischbrötchen mit einer beeindruckenden Länge von 42,37 Metern kreiert – deutlich mehr als das interne Ziel von 38 Metern. Laura Koblischek vom Rekord Institut Deutschland nahm den Rekord offiziell ab, bevor ab 12 Uhr Fans für vier Euro ein Stück dieser maritimen Besonderheit probieren konnten.
Mitarbeiter Jens Schaumberg und Geschäftsführer Christoph Wulff von der w.Holz GmbH zeigten sich stolz über die gelungene Aktion, die jedoch nur kurz für gute Stimmung sorgte.
Sportlicher Einbruch nach starkem Start
Trainer Daniel Brinkmann musste aufgrund von Verletzungen und Sperren umbauen: Lukas Wallner ersetzte den verletzten Florian Carstens in der Innenverteidigung, während Nico Neidhart für Jan Mejdr auf der Außenbahn spielte. Cedric Harenbrock fehlte komplett mit muskulären Problemen.
Die Kogge startete zwar mit viel Druck in die Partie, doch nach nur 15 Minuten verlor das Team deutlich an Tempo und Durchschlagskraft. Viel Ballbesitz führte zu keiner echten Torgefahr, was sich in der 30. Minute rächte: Nach einem Angriff über rechts traf Leonhard Münst zum 0:1 für Köln.
Kölner Doppelschlag vor der Pause
Die Gäste aus Köln nutzten ihre Chancen effizient. In der 42. Minute flankte Simon Handle präzise auf David Otto, der ohne nennenswerten Widerstand zum 0:2 einköpfte. Zur Halbzeit kommentierte der verletzte Cedric Harenbrock bei MagentaTV: „Ich hoffe, dass die Jungs das nach der Pause viel besser machen. Ich weiß nicht, wieso das Feuer nicht ganz da war.“
Zu späte Reaktion der Rostocker
Brinkmann reagierte mit der Einwechslung von Andreas Voglsammer für Kenan Fatkic und stellte auf Doppelsturm um. Doch bereits in der 53. Minute erhöhte Yannick Tonye auf 0:3. Erst in den Schlussminuten fand Hansa zu alter Stärke zurück: In der 80. Minute köpfte Joker David Hummel zum 1:3 – sein erster Drittliga-Treffer überhaupt. In der 95. Minute verkürzte Voglsammer noch auf 2:3, doch diese späte Reaktion kam zu spät.
Mit dieser enttäuschenden Niederlage reist Hansa Rostock nun unter enormem Druck zum nächsten Auswärtsspiel nach Verl. Die Aufstiegshoffnungen der Kogge haben durch diese Pleite einen deutlichen Dämpfer erhalten, während der Fischbrötchen-Weltrekord nur als kleiner Trost bleibt.



