Heckings Rückkehr nach Wolfsburg: Der Retter in der Abstiegsnot kehrt zurück
Hecking kehrt zurück: Wolfsburgs Retter in der Abstiegsnot

Heckings Rückkehr nach Wolfsburg: Der Retter in der Abstiegsnot kehrt zurück

Der Kontrast könnte kaum größer sein. An der Wand des Medienraums in der Volkswagen-Arena hängt ein riesiges Foto, das Dieter Hecking und den VfL Wolfsburg 2015 nach dem triumphalen Gewinn des DFB-Pokals zeigt. Genau elf Jahre später sitzt derselbe Dieter Hecking nun in der Mitte dieses Raumes und erklärt, wie er denselben Verein vor dem drohenden Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bewahren will.

Vom Pokalsieg zum Abstiegskampf: Eine dramatische Wende

Wolfsburg hat den 61-jährigen Trainer zurückgeholt, um die schwere Krise zu überwinden. Nach sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen und dem Absturz auf den 17. Tabellenplatz benötigt der Club dringend einen Neuanfang. „Nach dem Hamburg-Spiel gab es für mich kein Zögern, sondern nur ein 'Jetzt erst recht!'“, erklärte Hecking bei seiner offiziellen Vorstellung. „Meine erfolgreichste Zeit als Trainer war hier in Wolfsburg.“ Der erfahrene Routinier zeigte sich überzeugt: „Auch die jetzige Situation ist machbar – nach wie vor machbar.“

Die Herausforderung: Vier Punkte Rückstand in neun Spielen

Einen Tag nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV und neuneinhalb Jahre nach seiner Freistellung im Oktober 2016 holte der VfL den Trainer mit den aktuell zehntmeisten Spielen der Bundesliga-Geschichte zurück. Die Aufgabe hat sich jedoch verschärft: Nach den Ergebnissen des FC St. Pauli und Werder Bremen beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz bereits vier Punkte – ein Defizit, das in nur noch neun verbleibenden Spielen aufgeholt werden muss.

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Neue Unterstützung: Aufsichtsrat Benaglio übernimmt wichtige Rolle

Hecking erhielt zunächst nur einen Vertrag bis zum Saisonende, dafür aber namhafte Unterstützung. Das Wolfsburger Aufsichtsratsmitglied Diego Benaglio wird nach der Trennung von Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen vorübergehend die sportliche Leitung unterstützen. Der Schweizer fungiert als Bindeglied zwischen Trainer, Spielern und Sportdirektor Pirmin Schwegler. Interessant: Benaglio ist ebenfalls auf dem großen Pokalsieger-Foto von 2015 zu sehen – damals war er unter Hecking der Wolfsburger Torwart und Kapitän.

Sportdirektor Schwegler begründete die Entscheidung für Hecking mit dessen Vertrautheit: „Er kennt das Umfeld. Er kann Menschen begeistern. Er war unser Topkandidat.“ Andere Namen wie Felix Magath oder Thomas Reis wurden zwar diskutiert, aber nie ernsthaft kontaktiert.

Die tiefere Krise: Probleme jenseits der Trainerbank

Dass Hecking in dieser Saison bereits der dritte Wolfsburger Trainer nach Paul Simonis und Daniel Bauer ist, verdeutlicht ein grundlegendes Problem: Die größten Schwierigkeiten des VfL saßen nie auf der Bank. Vielmehr ist es der Kader mit seinen sportlichen Lücken und atmosphärischen Störungen. Selbst im Januar durfte Christiansen noch einmal rund 20 Millionen Euro ausgeben, ohne die Mannschaft spürbar zu verstärken.

Hecking verschwieg diese Probleme nicht: „Ich glaube, dass dieser Kader natürlich die eine oder andere Unwucht hat, sonst würden wir nicht auf Platz 17 stehen“, analysierte er offen. „Ich habe bei den Fernseh-Übertragungen der Wolfsburger Spiele auch ein paar Bilder gesehen, die mir nicht gefallen haben. Wenn dann die Ersatzbank eingeblendet wird, man sieht in die Leere der Gesichter und sieht nicht, dass da irgendwo was brennt: Dann verstehe ich, dass Kritik laut wird an dem Gesamtbild. Das muss raus. Da muss eine andere Energie rein in die Truppe!“

Der Fahrplan: Hoffenheim und direkte Konkurrenten

Genau diese Energieentfachung ist jetzt Heckings primäre Aufgabe. Sein erstes Spiel mit dem VfL findet am Samstag bei 1899 Hoffenheim statt. Danach folgt gegen Werder Bremen das erste von noch vier direkten Duellen mit Konkurrenten im erbitterten Abstiegskampf.

Im vergangenen Jahr scheiterte Hecking an einer ähnlichen Rettungsmission: Mit dem VfL Bochum stieg er am Ende der Saison aus der Bundesliga ab. Doch der Trainer zeigt sich optimistisch: „Aber ich glaube, dass die Qualität in Bochum geringer war als hier.“ Diese Überzeugung muss er nun in den verbleibenden neun Spielen unter Beweis stellen, um Wolfsburg vor dem Abstieg zu bewahren und an vergangene Erfolge anzuknüpfen.

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