Heckings knallharte Ansage an Wolfsburg: 'Wenn du nicht tot bist, steh auf!'
VfL Wolfsburg befindet sich in einer kritischen Phase der Bundesliga-Saison. Auf dem 17. Tabellenplatz stehend und nach einer bitteren 3:6-Niederlage in Leverkusen, obwohl man zwischenzeitlich mit 3:1 führte, muss der Verein dringend den Kämpfer-Modus aktivieren. Cheftrainer Dieter Hecking (61) hat neben den offensichtlichen defensiven Schwächen ein weiteres gravierendes Problem in seiner Mannschaft identifiziert.
Das Problem mit den unnötigen Verletzungspausen
Hecking beobachtet mit Sorge, dass sich seine Spieler zu häufig und zu lange auf dem Rasen niederlassen. In der Partie gegen Leverkusen führte dieses Verhalten zu erheblichen Nachteilen. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit gleich zu Beginn eine Verletzung von Vini Souza, der dann liegen bleibt und außen behandelt werden muss. Der nächste ist Patrick Wimmer, der liegen bleibt und behandelt werden und rausmuss. Der dritte war Konstantinos Koulierakis, der liegen bleibt und rausmuss“, analysiert der erfahrene Trainer die Situation.
Die Summe dieser Vorfälle war verheerend: Sieben Minuten spielte Wolfsburg in Unterzahl, während Leverkusen den Druck erhöhte. Heckings klare Botschaft an seine Spieler lautet daher: „Wenn du nicht wirklich tot bist, steh bitte auf und spiel weiter.“ Diese drastische Formulierung unterstreicht die Dringlichkeit der Lage.
Cleverness als Schlüssel zum Erfolg
Mit Blick auf das wichtige Samstagsspiel gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, Sky) fordert Hecking von seiner Mannschaft mehr taktische Intelligenz. „Wir müssen einfach cleverer werden. Ich habe meiner Mannschaft gesagt: Wenn das Knie nicht ab ist, dann spiel bitte weiter und bleib nicht eine halbe Minute liegen, weil du dich selbst schädigst“, erklärt der Trainer.
Er betont, dass solche Grundsätze eigentlich bereits in der Vorbereitung vermittelt werden sollten. Eine Ausnahme gesteht er allerdings ein: „In der Box ist es etwas anderes, weil der VAR dann bewusst draufgucken wird, ob da ein strafstoßwürdiges Foul war.“ Hier erkennt er die taktische Notwendigkeit, auf mögliche Fouls aufmerksam zu machen.
Personeller Rückschlag vor Frankfurt-Spiel
Neben den mentalen Herausforderungen muss Wolfsburg auch einen schwerwiegenden personellen Ausfall verkraften. Stürmer Jonas Wind (27), eine zentrale Hoffnung für den angestrebten Klassenerhalt, hat sich im Training eine Muskelverletzung zugezogen und fällt voraussichtlich für etwa drei Wochen aus.
Hecking zeigt sich bedauernd, aber pragmatisch: „Ich hoffe, dass er noch mal zurückkommt. Er hat gezeigt, wie wichtig er sein kann. Das hat auf die Stimmung gedrückt. Es ist schade, aber nicht zu ändern. Wir jammern nicht rum.“ Diese Haltung spiegelt die Entschlossenheit wider, mit der der Verein den Abstiegskampf angehen will.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Heckings klare Worte und die geforderte Einstellungsänderung Früchte tragen. Für Wolfsburg geht es um nichts Geringeres als den Verbleib in der Fußball-Bundesliga.



