Union-Boss Heldt warnt vor Schiedsrichter-Druck nach Bayern-Kritik - Matthäus meldet sich
Heldt warnt vor Schiedsrichter-Druck nach Bayern-Kritik

Union-Boss Heldt warnt vor erhöhtem Druck auf Schiedsrichter nach Bayern-Kritik

Die heftige Schiedsrichter-Kritik des FC Bayern München vom vergangenen Wochenende zieht weiter Kreise. Horst Heldt, Geschäftsführer von Bayerns nächstem Bundesliga-Gegner Union Berlin, äußert sich nun besorgt über die möglichen Auswirkungen der öffentlichen Äußerungen der Münchner Verantwortlichen.

Besondere Belastung für Unparteiische erwartet

"Das nächste Schiedsrichtergespann beim nächsten Spiel – ja Prost Mahlzeit – die haben es nicht einfach", sagte Heldt im Sky-Talkformat "Triple – der Hagedorn-Fußballtalk". Der ehemalige Bundesligaspieler befürchtet, dass die Unparteiischen der Partie zwischen dem Rekordmeister und den Köpenickern am kommenden Spieltag besonders unter dem Brennglas stehen werden.

Heldt erklärte weiter: "Weil natürlich jede Situation ganz genau beäugt wird und begleitet wird. Und das ist nicht in Ordnung." Der 56-Jährige betonte, dass es einen "anderen Aufschlag" habe, wenn sich die Bayern öffentlich zu solchen Themen äußern, und vermutete, dass Union Berlin der Leidtragende dieser Entwicklung sein könnte.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bayerns heftige Kritik an Schiedsrichter-Leistungen

Die Debatte entzündete sich an der Gelb-Roten Karte für Bayern-Spieler Díaz im Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen. Schiedsrichter Christian Dingert zeigte dem Kolumbianer die Karte wegen einer vermeintlichen Schwalbe – eine Entscheidung, die Dingert nach der Partie selbst als Fehlentscheidung einräumte.

Die Bayern reagierten mit scharfer Kritik:

  • Ehrenpräsident Uli Hoeneß bezeichnete die Leistung des Schiedsrichter-Teams bei "Bild" als "die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe"
  • Vorstandschef Jan-Christian Dreesen forderte via Sky vom DFB, "das Niveau der Leistungen seiner Schiedsrichter zu verbessern"

Innerhalb des Klubs betrachtet man laut Aussagen "die Entwicklung der letzten Wochen mit Sorge". Die Leistung in Leverkusen sei "der Höhepunkt einer Phase" gewesen, in der der Verein immer wieder mit fragwürdigen Entscheidungen konfrontiert gewesen sei – ob beim HSV, in Dortmund oder in Leverkusen.

Matthäus äußert Verständnislosigkeit für Bayern-Einspruch

Am Montagabend meldete sich auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zu der Schiedsrichter-Debatte zu Wort. Der ehemalige Kapitän des FC Bayern sagte: "Wir diskutieren doch jede Woche – es sind meistens die, die mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden sind."

Matthäus zeigte sich jedoch überrascht von der Heftigkeit der Bayern-Kritik: "Andererseits habe ich jetzt beim Spiel in Leverkusen nicht so viele grobe Fehlentscheidungen gesehen wie zum Beispiel die oberste Riege des FC Bayern."

Für den Einspruch des FC Bayern gegen die Díaz-Sperre hat der Fußball-Experte kein Verständnis: "Als Bayern München sollte man auch die Größe haben zu sagen: 'Okay, da hat jemand einen Fehler gemacht.'"

Sportgericht weist Bayern-Einspruch zurück

Der FC Bayern hatte gegen die Gelb-Rote Karte für Díaz Einspruch beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes eingelegt. Dieser wurde jedoch zurückgewiesen, sodass der kolumbianische Spieler im wichtigen Spiel gegen Union Berlin gesperrt fehlen wird.

Heldt betonte abschließend den Unterschied in der Wirkung von Bayern-Kritik gegenüber Äußerungen anderer Vereine: "Es gibt immer Situationen, in denen sich Vereine über Entscheidungen aufregen. Aber das ist kein Vergleich." Die besondere mediale Aufmerksamkeit und das Gewicht der Bayern-Äußerungen würden eine andere Qualität in die Debatte bringen, die sich nun auf die kommenden Spiele auswirken könnte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration