Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich stellt sich gegen Gewalt im Stadion
Nach erneuten schweren Ausschreitungen von Hertha-Fans beim Auswärtsspiel in Dresden hat Geschäftsführer Peter Görlich klare Konsequenzen angekündigt. „Wir werden Stadionverbote aussprechen“, erklärt der 59-Jährige im Interview. Die Vereinsführung und das gesamte Präsidium stehen geschlossen hinter dieser Maßnahme.
Null Toleranz gegenüber Gewalt
Görlich betont, dass für Hertha BSC eine lebendige Fankultur ohne Gewalt im Mittelpunkt steht. „Die körperliche Unversehrtheit steht im Mittelpunkt, alle Beteiligten müssen sich an Regeln und Gesetze halten“, so der Geschäftsführer. Sobald gewaltbereite Täter identifiziert werden können, sollen umgehend Stadionverbote verhängt werden. Diese Haltung sei nicht verhandelbar.
Investoren und Fan-Dialog
Im Gespräch äußert sich Görlich auch zur umstrittenen Investorenfrage. Trotz der 50-plus-1-Regelung, die dem Verein die Stimmenmehrheit sichert, sieht er Potenzial für neue Partner. „Er kriegt einen Partner, der weiß, wie er funktionieren will“, argumentiert Görlich. Gleichzeitig räumt er ein, dass die jahrelange Ablehnung von Investoren durch Teile der Ostkurve bisher nicht ausreichend diskutiert wurde. Der Verein plane nun einen intensiveren Austausch mit den Fans.
Nachwuchsprobleme und Trainerausbildung
Ein weiteres Thema ist die Nachwuchsarbeit. Nach der deutlichen 2:4-Niederlage der U19 gegen Union Berlin im Berliner Pokal gesteht Görlich Qualitätsprobleme ein. „Wir haben nicht mehr dieses Niveau von früher“, erklärt er. Als Gegenmaßnahme will der Verein verstärkt in die Trainerausbildung investieren und Positionen neu besetzen, um die besten Trainer für Berliner Talente zu gewinnen.
Gleichzeitig betont Görlich die bereits vorhandene Durchlässigkeit: Hertha BSC produziere in der ersten und zweiten Bundesliga die meisten Spielminuten für Spieler unter 23 Jahren. Mit einer neu etablierten Player-Card und regelmäßigen Potenzialanalysen soll die Entwicklung junger Talente weiter optimiert werden.
Zukunftsperspektiven
Langfristig plant der Verein, den Profikader zu verkleinern und vermehrt auf eigene Talente zu setzen. „Wir wollen künftig keinen Kaderplatz mit einem Spieler von außen besetzen, wenn wir der Überzeugung sind, ein eigenes Talent kann diese Position auch ausfüllen“, so Görlich. Voraussetzung sei jedoch nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch das Bekenntnis der Spieler zu Hertha BSC.



