Hertha BSC: Nach Aufstiegstrauma beginnt das Schaulaufen für kommende Saison
Das verfehlte Aufstiegsziel wirkt bei Hertha BSC weiter nach. Trainer Stefan Leitl nutzt die verbleibenden zehn Spiele in der zweiten Fußball-Liga nun als ausgedehntes Schaulaufen, um zu evaluieren, mit welchen Spielern die kommende Spielzeit angegangen werden kann. Ein Jungprofi bleibt dabei weiterhin außen vor.
Leitl spricht nicht von Casting, doch die Botschaft ist klar
Von einem offiziellen Casting möchte Trainer Stefan Leitl zwar nicht sprechen, doch die Botschaft ist unmissverständlich. Nachdem das erklärte Saisonziel Aufstieg in die Bundesliga nicht erreicht wurde, stehen die letzten zehn Zweitliga-Partien im Zeichen der Zukunftsplanung. „Für uns ist es die Aufgabe zu schauen, wer bereit ist, auch in der kommenden Saison das Ziel anzugehen“, erklärte der Trainer vor dem Auswärtsspiel bei Preußen Münster am Sonntag.
Debakel von Paderborn noch nicht verarbeitet
Die Enttäuschung über das verpasste Aufstiegsziel sitzt tief, insbesondere die Art und Weise der heftigen 2:5-Niederlage beim SC Paderborn. Selbst der 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende konnte dieses Debakel nicht gänzlich verarbeiten. Die psychologische Belastung ist weiterhin spürbar, obwohl im Training allmählich wieder mehr Lockerheit einkehrt.
Neues Ziel: Platz sechs als motivierende Aufgabe
Leitl betont jedoch, dass die Saison noch lange nicht vorbei ist. Als neues, realistisches Ziel hat er bereits den sechsten Tabellenplatz ausgegeben. „Platz sechs ist eine coole Aufgabe. Das kann durchaus Spaß machen“, so der Trainer, der hofft, dass seine Mannschaft sich auf die restlichen Spiele konzentriert und maximale Leistung erbringt. Diese verbleibenden Partien dienen nun als Bewährungsprobe für die Spieler, die auch in der nächsten Saison eine Rolle spielen sollen.
Pascal Klemens bleibt weiter im Abseits
Auf diesen Spaß muss weiterhin Jungprofi Pascal Klemens verzichten. Der 21-Jährige fehlte bereits gegen Nürnberg im Kader und bleibt auch vorerst außen vor. Der Grund: Klemens hat noch nicht entschieden, ob er seinen auslaufenden Vertrag verlängert und das seit Monaten vorliegende Angebot des Vereins annimmt. „Es ist unsere Aufgabe und die von Sportdirektor Benni Weber, Gespräche zu führen“, nimmt sich Leitl mit in die Pflicht. Gleichzeitig macht er deutlich, dass er weiter die harte Linie fahren wird: „Ich erwarte ein klares Bekenntnis zum Verein.“
Die verbleibenden Spiele als Zukunftsindikator
Die letzten zehn Zweitliga-Spiele werden somit zu einem entscheidenden Prüfstein für die Zukunft von Hertha BSC. Während die Mannschaft versucht, das verfehlte Aufstiegsziel zu verarbeiten, nutzt das Trainerteam die Zeit zur genauen Analyse. Welche Spieler zeigen die nötige Einstellung und Leistungsbereitschaft für die kommende Saison? Wer passt in die langfristige Planung des Vereins? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt, während gleichzeitig das sportliche Ziel, Platz sechs zu erreichen, als motivierender Antrieb dienen soll.



