Hertha BSC: 2:5-Debakel in Paderborn beendet Aufstiegsträume der Hauptstädter
Das Aufstiegsrennen ist für Hertha BSC nach einem katastrophalen Auftritt in Paderborn endgültig beendet. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl (48) ging mit 2:5 unter und lieferte dabei die wohl schlechteste Leistung der gesamten Saison ab. Der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz beträgt nun elf Punkte – eine Lücke, die in den verbleibenden Spieltagen nicht mehr zu schließen sein wird.
Früher Schock und defensive Schwächen
Bereits in der siebten Minute traf Hertha der frühe Schock: Stürmer Klaas schob eine harmlose Flanke aus kurzer Distanz völlig unbedrängt ins Netz. In der Abwehr zeigte sich ein erschreckendes Bild, als Toni Leistner (35) unter dem Ball durchtauchte. Nur zwanzig Minuten später folgte der nächste Nackenschlag: Nach einer Ecke drückte Scheller den Ball im Getümmel über die Linie. Der VAR prüfte minutenlang auf mögliches Handspiel, doch der Treffer wurde schließlich gegeben.
Traumtor als schwacher Trost
In einer ansonsten katastrophalen ersten Halbzeit keimte kurz Hoffnung auf: Fabian Schuler zauberte in der 39. Minute mit einer Hacke ein Traumtor zum 1:2. Doch die Freude währte nur kurz. Paderborn ließ zunächst zwei Großchancen liegen, doch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel das 1:3. Die Bilanz der ersten 45 Minuten sprach Bände: Paderborn erzielte zwölf Torschüsse, Hertha lediglich einen.
Leitls Reaktionen ohne Wirkung
Trainer Stefan Leitl reagierte zur Pause mit einem dreifachen Wechsel: Josip Brekalo, Linus Kolbe und Pascal Klemens kamen für Schuler, Julian Eitschberger (21) und Mickaël Cuisance. Doch was in der ersten Halbzeit bereits ein Desaster war, wurde danach noch schlimmer. Nach einem Foul von Tjark Ernst (22) gab es einen Elfmeter für Paderborn zum 1:4 in der 65. Minute. Nur drei Minuten später fiel das 1:5. Brekalo traf zwar noch zum 2:5 in der 70. Minute, doch mehr als Ergebniskosmetik war dies nicht.
Teurer Kader, bittere Realität
Hertha-Präsident Fabian Drescher hatte im Sommer großspurig den Aufstieg ausgerufen und dafür von Sportdirektor Benjamin Weber den teuersten Kader der 2. Liga zusammenstellen lassen. Die bittere Wahrheit: Kein einziges Mal stand der Hauptstadt-Klub bisher auf einem der ersten drei Plätze. Und daran wird sich bis Saisonende wohl nichts mehr ändern. Das Debakel in Paderborn war die schlechteste Saisonleistung – ausgerechnet zum wichtigsten Zeitpunkt!
Die neu formierte Dreierkette aus Márton Dárdai (23), Toni Leistner und Jonjoe Kenny ging krachend nach hinten los. Hertha verspielte alles, zerfiel früh in alle Einzelteile und verschlief die Anfangsphase komplett. Stefan Leitls Ankündigung, mit seiner Mannschaft als Jäger eine Siegesserie starten zu wollen, erwies sich als Rohrkrepierer.



