Herthas neuer Kaderstratege: Bastian Huber und sein Meistertransfer David Raum
Bastian Huber (46) ist seit Februar 2026 bei Hertha BSC für Scouting und Kaderplanung verantwortlich, sowohl bei den Profis als auch im Nachwuchs. Der Klub hat die Personalie bewusst nicht offiziell verkündet, um in der wichtigen Saisonendphase Spekulationen über Kompetenzüberschneidungen mit Sportdirektor Benjamin Weber, Chefscout Sven Kretschmer und Koordinator Sami Allagui zu vermeiden.
Vom Lehrer zum Fußball-Prof: Hubers mutiger Karrieresprung
Klar ist jedoch: Huber ist da, um Großes zu bewirken! Dieser Mann scheut kein Risiko und ist zu radikalen Veränderungen bereit. Das beste Beispiel dafür ist seine eigene Biografie. Im Jahr 2019 kündigte der Bayer seine sichere Beamtenstelle als Lehrer für Sport sowie Wirtschaft und Recht an einer Realschule in Passau. Er wagte das Abenteuer Profifußball und wurde Leiter der Scoutingabteilung bei der TSG Hoffenheim.
Alexander Rosen (46), damals Direktor Fußball der TSG, hatte Huber zuvor bei der deutschen Studenten-Nationalmannschaft kennengelernt und später für den Klub gewonnen. Huber sagte damals auf dem TSG-Kanal: „Als ich mich entschieden habe, meinen Beamtenschein abzugeben, da hat sich der ein oder andere gefragt, ob das der richtige Weg ist. Auch meine Familie. Ich war im sicheren Hafen angekommen und habe ihn wieder verlassen. Aber im Nachgang war es das Beste, was wir machen konnten.“
David Raum: Der Millionen-Coup eines Scouting-Experten
Statt langer Familienreisen in den Schulferien mit seiner Frau Kristina und den zwei Kindern reist Huber seitdem meist allein durch die Fußballwelt – mit großem Arbeitspensum. Mit seiner kommunikativen Art feierte er schnell Erfolge. Sein größter Coup gelang ihm 2021: Huber war maßgeblich am ablösefreien Transfer von David Raum (27) von Fürth zu Hoffenheim beteiligt.
Der Linksverteidiger entwickelte sich bei der TSG schnell zum Nationalspieler und wurde nur ein Jahr später für stolze 26 Millionen Euro an RB Leipzig verkauft. Auch wegen dieses sensationellen Riechers griff Hertha BSC zu und holte Huber nach Berlin. Aus ganz wenig ganz viel machen – das ist nicht nur Hubers Philosophie, sondern auch die Herthas.
Vielseitige Erfahrung: Vom Scouting-Chef zum Technischen Direktor
Huber soll in Berlin Einfluss auf allen Ebenen nehmen, ähnlich wie in Hoffenheim. Dort wurde er 2023 zusätzlich zum Technischen Direktor befördert und war Anlaufstelle für Trainer, Mannschaften und Scoutingabteilungen der Profis und der Akademie. Unter seiner Mitwirkung holte die U19 der TSG 2024 das Double aus Meisterschaft und Pokal. Die Profis qualifizierten sich Ende der Saison 2023/24 für die Europa League.
Nur aufgrund interner Umstrukturierungen räumte Huber am 29. Juli 2024 seinen Posten. Der Inhaber der Trainer-A-Lizenz ist beim Bund Deutscher Fußballlehrer stellvertretender Vorsitzender der Verbandsgruppe Bayern und verfügt über ein enormes Netzwerk. Davon will Hertha nun profitieren.
Aufgabe in Berlin: Aufräumen und die Stars von morgen finden
Huber soll in der Hauptstadt ordentlich aufräumen und die Talente von morgen identifizieren – sowohl für die Profimannschaft als auch für die Akademie. Seine Mission ist klar: Mit begrenzten Mitteln maximale Erfolge erzielen. Der Mann, der einst den sicheren Beamtenstatus für den Fußball riskierte, soll nun Herthas Zukunft mitgestalten.



