Vor dem großen Rückspiel-Kracher gegen Paris Saint-Germain spricht Uli Hoeneß (74) mal wieder Klartext! Der Patron des FC Bayern überrascht im Vorfeld des Halbfinal-Rückspiels der Champions League am Mittwochabend (21 Uhr/DAZN) mit einer Trainer-Aussage – dabei geht es nicht um seinen Meister-Coach Vincent Kompany (40/Vertrag bis 2029)!
Beim DAZN-Interview am Tegernsee sitzt Hoeneß in einer Stube am Fenster des „Freihaus Brenner“. Er trägt ein weißes Oberhemd – wie eigentlich immer. Dann wird der Ehrenpräsident danach gefragt, ob es in der Bundesliga nach Kompany noch einen Trainer gebe, der ihn beeindrucke: „Ja, mein Neffe Sebastian!“ Damit gemeint ist Stuttgart-Trainer Sebastian Hoeneß (43), der Sohn von Dieter Hoeneß (73).
Hoeneß überrascht mit Trainer-Aussage
Uli Hoeneß erklärt, was ihn an seinem Neffen beeindruckt: „Vor dem ziehe ich den Hut, was der geleistet hat in einem Verein, wo er im Abstiegskampf übernommen hat und sie ihm in den letzten Jahren immer die besten Spieler verkauft haben. Und er schüttelt sich und macht weiter und kommt immer wieder. Also der Sebastian, muss ich ehrlich sagen, der hat nach unserem Trainer von mir den allerhöchsten Respekt.“
Dann wird es spannend, als die Nachfrage kommt, ob der VfB-Coach auch irgendwann mal der Kompany-Nachfolger bei Bayern werden kann. Hoeneß: „Zumindest kommt er in Frage! Aber Kompany kann von mir aus noch fünf oder zehn Jahre hier bleiben.“
Hoeneß: „Kompany ist als Mensch perfekt!“
Hoeneß schwärmt seit Wochen in den höchsten Tönen vom Belgier, jetzt betont er: „Er ist als Mensch perfekt, würde ich sagen. Er ist sehr intelligent, das waren die anderen auch (Nagelsmann und Tuchel; Anm. d. Red.). Er ist polyglot, spricht fünf Sprachen fließend.“
Dann verrät Hoeneß: „Beim ersten Abendessen hat mir eines unglaublich gefallen – er hat gesagt: ‚Das Wichtigste in diesem Beruf ist Arbeit.‘ Das Wort Arbeit ist im ganzen Gespräch immer wieder gefallen. Und er hat auch gesagt: ‚Ich werde der Erste sein, der morgens kommt, und der Letzte sein, der abends geht.‘ Und damit hat er natürlich auch dokumentiert, dass er das nicht nur erzählt, sondern auch durchführt. Ich glaube, das war der alles entscheidende Punkt.“
Der Bayern-Patron weiter: „Was ihn auch noch ganz besonders ausmacht, ist seine soziale Kompetenz. Er lässt keinen fallen. Er würde nie einen in der Presse niedermachen. Er würde nie schlecht über einen seiner Spieler reden oder auch über den Verein. Oder nach einem schlechten Spiel sagen: ‚Wir brauchen einen linken Verteidiger, wir brauchen das, wir brauchen jenes.‘ Nein, er hat sich zum Ziel gesetzt, die einzelnen Spieler besser zu machen und das ist ihm gelungen.“
Hoeneß erzählt, was Pep am Telefon sagte
Die Bayern hatten den Belgier im Juli 2024 für 10,5 Mio. Euro Ablöse vom Premier-League-Absteiger FC Burnley geholt – als aus der Not geborene Lösung nach den Absagen von Xabi Alonso (44/danach bei Real Madrid gescheitert), Thomas Tuchel (52/ging und wurde englischer Nationaltrainer), Julian Nagelsmann (38/blieb Bundestrainer), Ralf Rangnick (67/blieb bei Österreich) und Oliver Glasner (51/keine Freigabe von Crystal Palace).
Hoeneß dazu: „Wenn man sich das überlegt, was wir für ein Glück hatten! Ich kannte ihn ja eigentlich auch nicht vorher. Max hatte ihn als vierte oder fünfte Option vorgeschlagen. Dann ist Max nach Burnley geflogen mit dem Christoph Freund. Und Karl-Heinz und ich haben dann den Pep Guardiola angerufen. Der hat uns gesagt: ‚Den müsst ihr blind nehmen, denn wenn ihr den jetzt nicht nehmt, ist er in zwei, drei Jahren bei City.‘ Pep Guardiola (55/2013 bis 2016 in München) traute Kompany also schon vor zwei Jahren seine Nachfolge in Manchester zu.
Was beim Abendessen im Jahr 2024 passierte
Hoeneß: „Ich habe dann zum Max gesagt: ‚Ihr müsst Wäsche mitnehmen für zwei, drei Tage. Ihr dürft nicht nach Hause fliegen ohne Vertrag.' Das war auch so und Gott sei Dank hat es dann geklappt. Als er dann endgültig unterschrieben hatte, war ich beim Abendessen in München im Restaurant mit Herbert Heiner, mit Max Eberl, mit Christoph Freund und dem Vater von Vincent (Pierre Kompany; Anm. d. Red.). Und dann saß ich neben Max und habe ihm nach einer halben Stunde so eine gegeben und habe den Daumen hoch gemacht. Da wusste ich schon, das passt.“
Jetzt will Hoeneß am liebsten noch einen Titel nach dem anderen mit Kompany einfahren. Und sollte der Belgier die Bayern irgendwann verlassen, hat der Klub-Patron ja noch seinen Neffen in der Hinterhand!



