HSV überholt Köln: Wie die Hamburger nach dem 1:4-Hinspiel die Tabelle drehten
HSV überholt Köln nach 1:4-Hinspiel

HSV überholt Köln: Wie die Hamburger nach dem 1:4-Hinspiel die Tabelle drehten

Das Hinspiel am 2. November schien alles vorherzubestimmen: Der Hamburger SV unterlag beim 1. FC Köln mit 1:4, erlebte einen „keinen schönen Abend“, wie Trainer Merlin Polzin (35) rückblickend feststellte. Mit zwei Gelb-Roten Karten für Immanuel Pherai (24) und Fabio Vieira (25) ging für die Hanseaten fast alles schief. Diese Niederlage war eine von drei klaren Saisonpleiten neben einem 0:5 in München und einem 1:4 in Hoffenheim.

Die Wende: Vom Tabellen-13. zum Überholmanöver

Nach dem 9. Spieltag sah die Lage noch deutlich anders aus: Köln belegte mit 14 Punkten Platz 7, während Hamburg mit 8 Zählern auf Rang 13 zurücklag. Doch seit diesem denkwürdigen Abend hat sich das Blatt radikal gewendet. Der HSV entwickelte sich zu einer stabilen Einheit und holte aus den folgenden 16 Spielen beachtliche 21 Punkte. Nur acht Bundesliga-Vereine waren in dieser Phase erfolgreicher.

Gleichzeitig stürzte der 1. FC Köln ab. Mit lediglich 10 Punkten aus den letzten 16 Partien – inklusive nur zwei Siegen – weist der FC die zweitschlechteste Zwischenbilanz der Liga auf. Nur der 1. FC Heidenheim (9 Punkte) schnitt noch schlechter ab. Die Konsequenz: Am 22. Spieltag überholte der HSV Köln erstmals in der Tabelle und baute seinen Vorsprung mittlerweile auf fünf Punkte aus.

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Defensive Stärke als Schlüssel zum Erfolg

Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Aufsteigern zeigt sich besonders in der Defensive. In den vergangenen 16 Spielen kassierte der HSV nur 21 Gegentore. Damit liegen die Hamburger in dieser Statistik hinter Hoffenheim und Leverkusen (je 18) sowie Bayern und Dortmund (je 20) auf einem starken fünften Platz. Köln musste hingegen 31 Treffer hinnehmen, zehn mehr als der HSV. Lediglich Heidenheim (40) und Wolfsburg (39) waren noch anfälliger.

Diese defensive Stabilität spiegelt sich auch in weiteren Kennzahlen wider: Der HSV musste weniger laufen (1840 gegenüber 1911 Kilometern bei Köln) und deutlich weniger Zweikämpfe bestreiten (2714 gegenüber 3047). Während die Hamburger taktisch geordneter und disziplinierter agieren, zeigte Köln Schwächen sowohl im Spielaufbau (25 Gegentore aus dem Spiel heraus) als auch bei Standardsituationen (sechs kassierte Treffer).

Trainer-Statements: Respekt und Selbstbewusstsein

Kölns Trainer Lukas Kwasniok (44) zeigt sich beeindruckt von der Entwicklung des HSV: „Beim HSV habe ich nach einem nicht ganz so leichten Start und der Niederlage hier nie eine Diskussion um einzelne Personen mitbekommen. Ich hatte immer das Gefühl, dass da eine Einheit zugegen ist.“ Er betont die späten, aber effektiven Transferaktivitäten der Hamburger mit Verstärkungen wie Vieira, Lokonga und vor allem Vuskovic.

HSV-Trainer Merlin Polzin geht selbstbewusst in das Rückspiel am Samstag: „Wir schauen gar nicht so sehr, was sie in der Vergangenheit gemacht haben. Wir haben in dieser Woche bewusst den Fokus auf unser Spiel gelegt.“ Sein Credo: „Am Ende musst du in diesen Spielen funktionieren und abliefern.“

Die Vorzeichen haben sich seit dem 1:4 im Hinspiel deutlich verändert. Während Köln um die Form kämpft, präsentiert sich der HSV als gereifte Mannschaft, die ihre Defizite überwunden hat und nun die Tabellenführung unter den Aufsteigern übernommen hat.

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