Löw positioniert Kimmich bei der WM auf der rechten Abwehrseite
Der frühere Bundestrainer Joachim Löw hat sich klar zur Position von DFB-Kapitän Joshua Kimmich bei der anstehenden Weltmeisterschaft geäußert. In einem exklusiven Interview mit der Sport Bild erklärte der 66-Jährige, dass er Kimmich auf der Position des Rechtsverteidigers sieht. „Ich glaube, dass Joshua aktuell auf jeder der beiden Positionen auf Weltklasse-Niveau spielt“, sagte Löw und fügte hinzu: „Momentan würde ich sagen: Da wir im zentralen Mittelfeld Spieler haben, die das Niveau haben, um ganz nach oben zu kommen, ist Joshua rechts auf der richtigen Position. Denn bei den Rechtsverteidigern tun wir uns schwer.“
Historischer Vergleich mit Lahm und Nagelsmanns Pläne
Löw selbst hatte bei der WM 2014 mit Kapitän Philipp Lahm eine ähnliche taktische Verschiebung vollzogen. Zunächst im defensiven Mittelfeld eingesetzt, wurde Lahm im Turnierverlauf auf die rechte Abwehrposition beordert – eine Strategie, die damals zum Titelgewinn führte. Aktueller Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte bereits frühzeitig erklärt, Kimmich bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) in der Abwehr einsetzen zu wollen. Kimmich, der bei Bayern München meist in der zentralen Mittelfeldrolle aufläuft, würde somit eine Schlüsselposition in der deutschen Verteidigung übernehmen.
Löw verteidigt Goretzka-Nominierung trotz begrenzter Spielzeit
Gleichzeitig nahm der Ex-Bundestrainer Stellung zur umstrittenen Nominierung von Leon Goretzka für die anstehenden Testspiele der Nationalmannschaft. Trotz deutlich reduzierter Spielzeit bei Bayern München sieht Löw die Berufung als vollkommen gerechtfertigt an. „Leon ist gut, er ist ein Spieler, von dem man Stabilität erwarten darf. Er hat Erfahrung, kann seine Rolle sehr gut interpretieren“, betonte Löw. „Wenn man die ganze Saison zusammennimmt, hatte er schon viele Einsätze und viele Spielminuten. Das ist okay, ich glaube, das reicht so.“
Goretzka steht im Kader für die wichtigen Vorbereitungsspiele gegen die Schweiz am Freitag (20.45 Uhr/RTL) und Ghana am Montag (20.45 Uhr/ARD). Nagelsmann hatte zuletzt in seinem viel beachteten Interview mit dem kicker erklärt, Goretzka werde „trotz weniger Spielzeit bei Bayern“ bei der WM „gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali“. Dort war der Mittelfeldspieler in sechs Spielen immer zum Einsatz gekommen, fünfmal sogar in der Startelf.
„Auf Leon ist Verlass“ – Löw lobt Zuverlässigkeit
Löw teilte diese positive Einschätzung ausdrücklich und hob eine besondere Charaktereigenschaft des 29-Jährigen hervor: „Auf Leon ist Verlass“, meinte der ehemalige Bundestrainer mit Nachdruck. Auch zu Goretzkas Klubkollegen Aleksandar Pavlovic, der dem DFB-Team aktuell verletzungsbedingt fehlt, äußerte sich Löw anerkennend: „Er ist sehr gut, keine Frage. Und gerade bei Bayern braucht man eben Spieler, die dann auch gleichwertig ersetzt werden können.“ Abschließend bekräftigte er seine Überzeugung: „Auf Leon würde ich bei der WM sicherlich setzen, absolut.“
Die Aussagen des erfahrenen Trainers, der die deutsche Nationalmannschaft von 2006 bis 2021 erfolgreich führte, gewinnen besonderes Gewicht in der aktuellen Diskussion um die WM-Aufstellung. Während Kimmichs Positionierung in der Abwehr bereits länger im Raum stand, unterstreicht Löws Unterstützung für Goretzka die Bedeutung des erfahrenen Mittelfeldspielers für das DFB-Team – unabhängig von seiner aktuellen Einsatzzeit beim FC Bayern München.



