HSV-Star Rayan Philippe: Fünf Tore, aber kaum Spielzeit - Was hinter der Krise steckt
Mit fünf Saisontoren gehört Rayan Philippe (25) immer noch zu den treffsichersten Profis des Hamburger SV. Nur Luka Vuskovic (19), Fabio Vieira (25) und Albert Sambi Lokonga (26) haben in dieser Spielzeit genauso häufig getroffen. Während diese drei Spieler zu den zentralen Hoffnungsträgern im Kampf um den Klassenerhalt avanciert sind, findet sich der Franzose beim HSV fast nur noch auf der Ersatzbank wieder.
Philippes dramatischer Rückgang der Einsatzzeiten
Im Jahr 2026 zählte der ehemalige Braunschweiger in zwölf Bundesliga-Spielen lediglich ein einziges Mal zur Startformation. Dies war am 4. März beim Spiel gegen Leverkusen (0:1), als Trainer Merlin Polzin (35) in der englischen Woche rotieren ließ, um die Belastung auf mehrere Schultern zu verteilen. Ansonsten blieb Philippe meist außen vor: Gegen Wolfsburg (2:1) nicht im Kader, gegen Köln (1:1) nicht eingewechselt und in Dortmund (2:3) durfte der Stürmer lediglich in der Nachspielzeit für kurze Minuten aufs Feld.
Die Gründe für die fehlende Berücksichtigung
Für diese Entwicklung gibt es mehrere Ursachen. Beobachter bemängeln bei Philippe in letzter Zeit Defizite in Energie, Körpersprache, Leichtigkeit und Fortune - Bereiche, in denen der Angreifer in früheren Phasen deutlich stärker wirkte. Auch im defensiven Verhalten zeigt sich deutliches Verbesserungspotenzial, das für moderne Offensivspieler immer wichtiger wird.
Die Konkurrenzsituation durch Fabio Vieira
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Positionskonkurrenz. In der ersten Saisonhälfte war Philippe meist auf der halbrechten Offensivseite gesetzt, wo er mit Tempo, Tiefgang und Torgefahr regelmäßig Akzente setzen konnte. Im Laufe der Spielzeit sicherte sich jedoch Fabio Vieira diese Position. Der Leihprofi von Arsenal London interpretiert die Rolle zwar etwas anders, aber seine Leistungen haben ihn unverzichtbar gemacht - für Philippe bleibt an dieser Stelle aktuell kein Platz mehr.
Mögliche Auswege aus der Krise
Was könnte der Ausweg für den grundsätzlich als fokussiert und professionell geltenden Philippe sein? Ganz klar: Er muss sich im Training wieder heranarbeiten und dem Trainer beweisen, dass er eine Alternative darstellt. Größere Einsatzchancen könnte er möglicherweise als hängende Spitze erhalten - falls Polzin mal wieder mit zwei zentralen Angreifern spielen lässt, wie zuletzt gegen Köln mit Robert Glatzel und Damion Downs. Eine ernsthafte Alternative zu Damion Downs (21) zu werden - das sollte Philippe mit dem nötigen Kampfgeist und Einsatzwillen durchaus noch schaffen können.
Die Situation zeigt exemplarisch, wie schnell sich die Gegebenheiten im Profifußball ändern können. Philippe, der im Sommer 2025 für 2,5 Millionen Euro Ablöse vom Zweitligisten Eintracht Braunschweig zum HSV wechselte, steht nun vor der Herausforderung, sich erneut zu empfehlen und seinen Platz im Team zurückzuerobern.



