„Kopf entscheidet Existenzkampf“: Hunt mit klarer Analyse seiner Ex-Klubs
Der Bundesliga-Abstiegskampf entwickelt sich in dieser Saison zu einem besonders persönlichen Thema für den ehemaligen HSV-Star Aaron Hunt. Der 39-jährige Ex-Nationalspieler beobachtet mit besonderem Interesse das Geschehen, denn gleich drei seiner früheren Vereine stecken mitten im Kampf um den Klassenerhalt.
Drei Ex-Klubs im Abstiegskampf
Hunt, der zu Beginn seiner Karriere für Werder Bremen (aktuell Platz 16) spielte, danach in Wolfsburg (17.) und am Ende seiner Laufbahn beim HSV (11.), findet die Situation „kurios“. „Alle meine früheren Vereine kämpfen um den Verbleib im Oberhaus“, erklärt der ehemalige Mittelfeldregisseur. „Dabei gefällt mir der HSV aber noch am besten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Hamburg noch großartig in den Tabellenkeller reinrutscht.“
Nach zwei Heimniederlagen in Folge hat der Hamburger Sportverein aktuell noch sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellenvorletzten Wolfsburg. Das direkte Duell am kommenden Samstag könnte jedoch alles verändern. Bei einer Niederlage des HSV würde der Abstand auf nur drei Zähler schmelzen.
Hunts Einschätzung zum Wolfsburg-Duell
Der ehemalige Profi, der heute als Spieleragent arbeitet, analysiert die Ausgangslage nüchtern: „Aktuell ist ja nicht alles beim VfL das Gelbe vom Ei. Dagegen wirkt der HSV recht stabil als Aufsteiger.“ Hunt betont dabei einen entscheidenden Faktor: „Entscheidend wird im Existenzkampf der Kopf sein. Ich rechne den Hamburgern gute Chancen ein.“
Stärken und Schwächen des HSV
Besonders positiv bewertet Hunt, der von 2015 bis 2021 das HSV-Trikot in 153 Partien trug und dabei 26 Tore erzielte, die Zusammenstellung des Hamburger Kaders. „Mit Nicolas Capaldo und Nicolai Remberg sind zwei Super-Kämpfer mit einer tollen Mentalität dazugekommen“, lobt der Experte. „Über den jungen Abwehrchef Luka Vuskovic muss man zudem nicht mehr so viele Worte verlieren. Er spielt eine überragende Saison.“
Dennoch bereitet Hunt eine akute Schwäche der Hamburger Sorgen: die Auswärtsbilanz. Mit nur sieben Punkten aus Auswärtsspielen belegt der HSV in der Auswärtstabelle lediglich Platz 16. „Der Kontrast zu den Heimspielen ist aktuell zu groß“, analysiert Hunt. „Ich weiß ja, wie es ist, wenn man im ausverkauften Volksparkstadion spielt und die tolle Stimmung einen dort förmlich trägt. Da werden außerordentliche Kräfte frei.“
Die Rolle der Fans
Der Ex-Nationalspieler setzt auf die Unterstützung der HSV-Anhänger, die auch in Wolfsburg präsent sein werden: „Vielleicht werden nun die 10.000 mitreisenden Anhänger den HSV in Wolfsburg zum Sieg schreien.“ Diese emotionale Unterstützung könnte laut Hunt den entscheidenden Unterschied im mentalen Kampf um den Klassenerhalt ausmachen.
Insgesamt zeigt sich Hunt fasziniert von der besonderen Konstellation, dass alle drei Vereine, für die er während seiner Karriere gespielt hat, gleichzeitig um den Verbleib in der Bundesliga kämpfen. Seine Analyse unterstreicht, dass im modernen Fußball nicht nur die sportliche Qualität, sondern vor allem die mentale Stärke über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.



