Infantino beharrt auf WM-Teilnahme Irans trotz Nahost-Konflikt
Infantino: Iran soll trotz Krieg an WM teilnehmen

FIFA-Präsident Infantino setzt auf WM-Teilnahme Irans trotz Kriegslage

FIFA-Präsident Gianni Infantino hält unbeirrt an der Teilnahme Irans an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 fest, obwohl der Nahost-Krieg die Situation erheblich verkompliziert. In einem exklusiven Interview mit dem mexikanischen Fernsehsender N+ Univision machte der Schweizer deutlich, dass es für ihn keine Alternativen zur iranischen Präsenz bei dem Turnier gibt.

„Es gibt keinen Plan B“ – Infantinos klare Botschaft

„Wir wollen, dass Iran spielt, Iran wird bei der Weltmeisterschaft spielen. Es gibt keinen Plan B, C oder D – es gibt Plan A“, erklärte Infantino mit Nachdruck. Der Chef des Weltfußballverbands betonte, dass der Iran sein Volk repräsentiere, sowohl die Menschen im Land als auch die im Ausland lebenden Iraner. Die FIFA setze sich dafür ein, dass die Mannschaft unter bestmöglichen Bedingungen antreten könne.

Allerdings räumte der 56-jährige Funktionär ein, dass man in der realen Welt lebe und die aktuelle Lage sehr kompliziert sei. Seit Ende Februar greifen die Vereinigten Staaten und Israel den Iran an, der seinerseits mit Gegenschlägen reagiert. Diese militärischen Auseinandersetzungen werfen erhebliche Fragen auf, insbesondere was die Sicherheit und Logistik betrifft.

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Offene Fragen zur Austragung der Vorrundenspiele

Ein zentrales Problem ist der Wunsch des Iran, seine drei Vorrundenpartien nicht wie ursprünglich geplant in den USA auszutragen, sondern nach Mexiko zu verlegen. Bislang ist unklar, ob die FIFA diesem Ansinnen nachkommen kann oder überhaupt will. Die Endrunde der WM findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt.

In der Gruppenphase soll der Iran auf Belgien, Neuseeland und Ägypten treffen. Die Verschiebung der Spielorte würde erhebliche organisatorische Herausforderungen mit sich bringen und könnte das gesamte Turnierkonzept beeinflussen. Infantino warb dennoch um Verständnis für die iranische Position und betonte die Bedeutung einer fairen Behandlung aller Teilnehmer.

Boykottandrohung und politische Spannungen

Vor etwa anderthalb Wochen hatte Irans Verbandschef Mehdi Tadsch laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen Boykott der USA angekündigt, ohne jedoch die WM insgesamt in Frage zu stellen. Diese Ankündigung blieb vage und wurde nicht näher erläutert, was weitere Unsicherheit schafft.

Die politischen Spannungen zwischen dem Iran und den USA sowie Israel stellen die FIFA vor eine schwierige Zerreißprobe. Einerseits muss der Weltverband die Sicherheit aller Beteiligten gewährleisten, andererseits möchte er den sportlichen Wettbewerb nicht durch politische Konflikte beeinträchtigen lassen. Infantinos kompromisslose Haltung zeigt, wie sehr die FIFA auf eine friedliche Lösung hofft.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob eine Einigung erzielt werden kann, die sowohl den sportlichen als auch den sicherheitspolitischen Anforderungen gerecht wird. Sollte der Iran tatsächlich nicht in den USA spielen wollen, müssten schnell alternative Arrangements getroffen werden, um den reibungslosen Ablauf der WM nicht zu gefährden.

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