Fünf iranische Fußballerinnen flüchten nach Asienmeisterschaft zur australischen Polizei
Fünf Spielerinnen der iranischen Fußball-Nationalmannschaft haben sich nach dem Ausscheiden bei der Asienmeisterschaft offenbar aus Angst vor Repressalien von ihrem Team abgesetzt. Das Quintett verließ das Mannschaftshotel in Australien und suchte Schutz bei der örtlichen Polizei, wie der internationale Fernsehsender CNN berichtet.
Protest durch Verzicht auf Nationalhymne
Nach dem Vorrunden-Aus der iranischen Mannschaft gab es bereits große Sorgen um die Sicherheit der Nationalspielerinnen. Der Grund: Beim ersten Vorrundenspiel gegen Südkorea, das mit 0:3 verloren ging, hatten die Spielerinnen demonstrativ auf das Singen der iranischen Nationalhymne verzichtet. Dieser Akt wurde von Beobachtern als offener Protest gegen die politische Führung des Landes gewertet.
Menschenrechtsorganisationen befürchteten daraufhin, dass die Spielerinnen nach einer Rückkehr in den Iran mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen müssten. Im staatlichen Fernsehen des Landes wurden die Fußballerinnen von einem Kommentator sogar als "Kriegsverräterinnen" bezeichnet, was Forderungen nach disziplinarischen Maßnahmen nach sich zog.
Weitere Spiele unter Druck
In den folgenden Partien gegen Australien, die mit 0:4 endete, und gegen die Philippinen, die mit 0:2 verloren ging, salutierten die Spielerinnen dann wieder während der Nationalhymne. Dies deutet darauf hin, dass sie unter erheblichem Druck standen, um mögliche Repressalien zu vermeiden. Trotz dieser Geste entschieden sich fünf der beteiligten Sportlerinnen schließlich dafür, das Team zu verlassen und in Australien um politischen Schutz zu bitten.
Die Flucht der Fußballerinnen unterstreicht die prekäre Lage von Athletinnen im Iran, die oft zwischen sportlichem Ehrgeiz und politischen Zwängen navigieren müssen. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die menschenrechtliche Situation im Land und die Risiken, denen sich regimekritische Personen ausgesetzt sehen.



