Fünf iranische Fußballspielerinnen fliehen nach Australien und beantragen Asyl
In einer dramatischen Entwicklung sind fünf Spielerinnen der iranischen Frauenfußballnationalmannschaft aus dem Team geflohen und haben in Australien Asyl beantragt. Die Flucht erfolgte kurz vor der geplanten Rückreise in den Iran, wo den Athletinnen aufgrund eines politischen Protests schwere Konsequenzen drohen.
Die geflohenen Spielerinnen
Bei den geflohenen Fußballspielerinnen handelt es sich um:
- Fatemeh Pasandideh (21 Jahre)
- Zahra Ghanbari (34 Jahre)
- Zahra Sarbali (32 Jahre)
- Atefeh Ramazanzadeh (33 Jahre)
- Mona Hamoudi (32 Jahre)
Das Team von Reza Pahlavi, Sohn des letzten iranischen Schahs, bestätigte die Flucht und gab bekannt, dass sich die fünf Athletinnen derzeit in Sicherheit befinden. Sie haben ihre Unterstützung für die nationale Revolution der iranischen Frauen-Nationalmannschaft erklärt, die das historische Symbol von Löwe und Sonne repräsentiert.
Der politische Protest und die Folgen
Der Auslöser für die Flucht war ein mutiger politischer Protest während eines Spiels gegen Südkorea am 2. März. Das gesamte iranische Frauenfußballteam verweigerte das Singen und Salutieren während der Nationalhymne des islamischen Regimes. Dieser Akt des zivilen Ungehorsams blieb nicht ohne Konsequenzen.
Im iranischen Staatsfernsehen IRIB wetterte Moderator Mohammad Reza Shahbazi (39) gegen die Spielerinnen und bezeichnete sie als „Kriegsverräterinnen“. Er forderte eine strenge Bestrafung: „Jeder, der unter Kriegsbedingungen gegen das Land vorgeht, muss strenger bestraft werden. Wie in diesem Fall, wo unsere Frauenfußballmannschaft die Nationalhymne nicht gesungen hat … Diese Leute müssen strenger bestraft werden.“
Drohende Repressalien und historische Präzedenzfälle
Die Spielerinnen hatten allen Grund, um ihre Sicherheit zu fürchten. Bereits beim nächsten Spiel am 8. März gegen die Philippinen sangen und salutierten alle Athletinnen wieder – ein deutliches Zeichen für den massiven Druck, den die iranischen Behörden auf das Team ausgeübt hatten.
Die Geschichte zeigt, dass politischer Protest im Iran für Sportlerinnen schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Ein bekanntes Beispiel ist die Kletterin Elnaz Rekabi (36), die bei den Asienmeisterschaften im Oktober 2022 ohne Kopftuch antrat. Obwohl offiziell betont wurde, dass ihr bei der Rückkehr in den Iran nichts passieren würde, wurde Rekabi unter Hausarrest gestellt und das Haus ihrer Familie abgerissen.
Die aktuelle Situation
Die fünf geflohenen Fußballspielerinnen befinden sich nun in Australien und haben offiziell Asyl beantragt. Ihr mutiger Protest und ihre anschließende Flucht werfen ein Schlaglicht auf die prekäre Situation von Sportlerinnen im Iran, die zwischen sportlichem Ehrgeiz und politischem Druck gefangen sind.
Die internationale Sportgemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge, während die iranischen Behörden bisher keine offizielle Stellungnahme zu der Flucht abgegeben haben. Die Zukunft der verbliebenen Teammitglieder und mögliche weitere Konsequenzen für die geflohenen Spielerinnen und ihre Familien bleiben ungewiss.



