Historisches Scheitern: Italien verpasst zum dritten Mal die Fußball-Weltmeisterschaft
Die italienische Nationalmannschaft hat ein weiteres dunkles Kapitel in ihrer Fußballgeschichte geschrieben. Unter Trainer Gennaro Gattuso verpasste das Team zum dritten Mal in direkter Folge die Qualifikation für eine Fußball-Weltmeisterschaft. Das entscheidende Spiel in Bosnien-Herzegowina endete nach einer 1:4-Niederlage im Elfmeterschießen, nachdem Italien eine Führung noch hatte verspielen können.
Italienische Presse: Vernichtende Urteile und radikale Forderungen
Die Reaktionen in der italienischen Sportpresse fielen besonders hart aus. Die Gazzetta dello Sport sprach von einer "historischen Niederlage" und einem "Albtraum", während die Corriere della Sera das Ereignis als "Apokalypse Italien" bezeichnete. Am radikalsten äußerte sich der Tuttosport, der forderte: "Jetzt müssen alle rausfliegen! Das totale Scheitern. Ein Desaster."
Die Corriere dello Sport analysierte nüchtern: "Italien, ein weiteres Scheitern: Die Azzurri werden im Elfmeterschießen bestraft. Zur Weltmeisterschaft fährt Bosnien-Herzegowina. Eine weitere deprimierende Nacht für den italienischen Fußball."
Internationale Medien: Mitleid und Verwunderung
Auch im Ausland sorgte das erneute Scheitern der Italiener für Aufsehen. Die englische Sun sprach von einem "zwölfjährigen Fluch", während der Guardian eine "weitere italienische Apokalypse" konstatierte. Besonders bemerkenswert: Italien ist damit der erste ehemalige Weltmeister, dem drei WM-Qualifikationen in Folge misslingen.
Die spanische Marca titelte dramatisch: "Italien, das größte Drama im Weltfußball", und die französische L'Équipe wies auf besondere Umstände hin: "Das kleine Stadion in Zenica hatte mit seinen 9000 lautstarken Fans und seinem fragwürdigen Spielfeld alle Merkmale einer Falle."
Schlüsselmomente des Spiels
Das Spiel entwickelte sich zu einer emotionalen Achterbahnfahrt für die italienische Mannschaft. Nach einer frühen Führung durch Moise Kean schien die Qualifikation zum Greifen nah. Doch die Rote Karte für Alessandro Bastoni in der zweiten Halbzeit markierte einen Wendepunkt. Bosnien-Herzegowina nutzte die Überzahl und zwang die Italiener in die Verlängerung.
Im entscheidenden Elfmeterschießen versagten dann mehrere italienische Spieler, während Bosniens Torhüter herausragende Paraden zeigte. Besonders bitter für Italien: Torwart Gianluigi Donnarumma, sonst als Elfmeterspezialist bekannt, konnte keinen der vier Schüsse halten.
Historischer Kontext und Zukunftsperspektiven
Italiens Fußball befindet sich in einer beispiellosen Krise. Nach dem WM-Titel 2006 und dem EM-Sieg 2021 erlebt die Nationalmannschaft nun ihre dritte WM-Absage in Folge. Trainer Gennaro Gattuso steht nach diesem Debakel massiv unter Druck, ebenso wie der gesamte Verband.
Die internationale Presse zeigt sich verwundert über diese Entwicklung. Die New York Times kommentierte: "Eine Fußballnation von diesem Kaliber sollte nicht dreimal hintereinander die WM verpassen." In der Schweiz sprach der Blick von einem "Mamma mia!"-Moment, während österreichische Medien von einem "Super-GAU" berichteten.
Für Bosnien-Herzegowina bedeutet dieser Sieg hingegen historischen Ruhm. Unter Trainer Sergej Barbarez, dem ehemaligen HSV-Star, qualifizierte sich das Team erstmals für eine Weltmeisterschaft und schrieb damit Fußballgeschichte.



