Italiens WM-Traum endgültig geplatzt: Donnarumma greift zu umstrittenen Mitteln
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird erneut ohne Italien stattfinden. In einem dramatischen Playoff-Spiel in Bosnien und Herzegowina unterlag die Squadra Azzurra im Elfmeterschießen mit 1:4. Während das sportliche Scheitern bereits schwer wiegt, sorgte Italiens Torwart Gianluigi Donnarumma für zusätzliche Kontroversen.
Der Zettel als Streitobjekt
Nachdem der italienische Schütze Sebastiano Esposito den ersten Elfmeter verschossen hatte, eskalierte die Situation zwischen den beiden Torhütern. Im Zentrum des Konflikts stand ein kleiner Zettel des bosnischen Keepers Nikola Vasilj, der beim FC St. Pauli in der Bundesliga unter Vertrag steht. Auf diesem Papier sollen vermutlich Informationen zu den italienischen Elfmeterschützen und ihren bevorzugten Ausführungen notiert gewesen sein.
Donnarumma griff offenbar zu drastischen Maßnahmen, schnappte sich den Spickzettel und versuchte, ihn zu beschädigen. Aufnahmen zeigen deutlich, wie Vasilj anschließend mit dem französischen Schiedsrichter Clément Turpin diskutierte und ihm den angerissenen und zerknüllten Zettel präsentierte. Der italienische Torwart, der bereits in der regulären Spielzeit eine Gelbe Karte erhalten hatte, kam ohne weiteren Platzverweis davon.
Historische Parallelen und aktuelle Bedeutungslosigkeit
Derartige Hilfsmittel sind im Torhütergeschäft seit dem berühmten Fall von Jens Lehmann im WM-Viertelfinale 2006 zwischen Deutschland und Argentinien bekannt und verbreitet. Interessanterweise erwies sich der Zustand des Zettels im konkreten Fall als vollkommen irrelevant für den Spielausgang.
Vasilj musste keinen einzigen Elfmeter der Italiener halten, da die Schüsse von Esposito über das Tor und von Bryan Cristante an die Latte gingen. Die bosnische Mannschaft traf dagegen sicher und sicherte sich damit den WM-Ticket für das Turnier in Nordamerika.
Drittes WM-Aus in Folge für Italien
Nach den gescheiterten Qualifikationen für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ist dies bereits das dritte Mal in Folge, dass Italien die Endrunde verpasst. Für den 27-jährigen Donnarumma, der seit 2016 Stammtorhüter der italienischen Nationalmannschaft ist, bedeutet dies mindestens weitere vier Jahre Wartezeit auf seine erste WM-Teilnahme.
Das erneute Scheitern schien den Torwart emotional stark mitzunehmen. Nach Beendigung des Elfmeterschießens war Donnarumma in Auseinandersetzungen mit bosnischen Spielern verwickelt und beteiligte sich an einer Rudelbildung, die nur mühsam von Schiedsrichtern und Teamkollegen getrennt werden konnte.
Die Szene mit dem zerknüllten Spickzettel wird sicherlich noch lange im Gedächtnis der Fußballfans bleiben, auch wenn sie letztlich keinen Einfluss auf das sportliche Ergebnis hatte. Sie symbolisiert die Verzweiflung einer italienischen Mannschaft, die erneut an ihren hohen Erwartungen gescheitert ist.



