Khedira verteidigt Baumann: 'Wir killen ihn' - Brandrede zur Neuer-Debatte
Khedira: 'Wir killen Baumann' - Brandrede zur Neuer-Debatte

Khedira verteidigt Baumann mit deutlichen Worten

Die kontroverse Diskussion um ein mögliches Comeback von Manuel Neuer im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft reißt nicht ab. In einer emotionalen Stellungnahme hat Ex-Nationalspieler Sami Khedira nun zu einer deutlichen Brandrede ausgeholt und sich dabei schützend vor den aktuellen Stammtorwart Oliver Baumann gestellt.

Khedira kritisiert Medienberichterstattung scharf

Für den Weltmeister von 2014 kommt in der öffentlichen Debatte oftmals zu kurz, dass Neuer nach der Europameisterschaft eigenständig seinen Rücktritt erklärt hatte. Die Spekulationen über ein angespanntes Verhältnis zwischen dem Torhüter und Bundestrainer Julian Nagelsmann will Khedira nicht glauben – zumal Neuer entsprechende Medienberichte erst kürzlich selbst dementierte.

„Wenn es ein Verhältnis zwischen beiden gegeben haben soll, das nicht so gut ist, dann war es auch während der Europameisterschaft so. Da hat es aber funktioniert“, sagte Khedira in seiner Rolle als TV-Experte bei DAZN. „Manu wurde vor paar Wochen oder Monaten gefragt, ob die Tür zu sei. Und er hat ‚Ja‘ gesagt. Das ist ein klares Statement.“

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„Wir killen Baumann in den Medien“

Ob Neuer nun ein gutes oder schlechtes Verhältnis zu Nagelsmann pflege, habe laut Khedira nichts damit zu tun, ob der Torwart zur anstehenden Weltmeisterschaft mitfahren sollte oder nicht. „Julian weiß, dass Manu der beste deutsche Torwart ist“, betonte der ehemalige Real-Star – bevor er zu seiner schärfsten Kritik ansetzte.

„Die Diskussion, die wir haben: Wir schaden einem Spieler, der in zwei Monaten die Nummer eins sein soll – und das ist Oli Baumann. Das ist nicht korrekt und gut“, erklärte Khedira mit Nachdruck. Noch deutlicher wurde er mit den Worten: „Einen Oliver Baumann killen wir gerade. Wir killen ihn in den Medien. Das hilft weder Julian noch Deutschland noch ihm selbst. Manu hat gesagt, die Tür ist zu.“

Ballack heizt Debatte weiter an

Sein Experten-Kollege Michael Ballack heizte die kontroverse Diskussion hingegen weiter an. Für den ehemaligen DFB-Kapitän stellt vor allem die angeblich mangelhafte Kommunikation zwischen Neuer und Nagelsmann ein ernsthaftes Problem dar.

„Es gibt ein riesiges Kommunikationsproblem zwischen den beiden. Es wäre ein Einfaches, das zwischen den beiden auszuräumen“, sagte Ballack bei DAZN. „Weil es diese Problematik gibt, ist niemand da, der so ein bisschen vermittelt.“

Auf die Frage nach möglichen Vermittlern nannte Ballack mehrere Optionen: „Rudi Völler kann vermitteln, es können viele beim DFB vermitteln. Es kann auch der FC Bayern vermitteln. Der Bundestrainer hat die Kommunikations-Führung in so einem Fall. Er ist der Entscheidungsträger.“

Ballack interpretierte Neuers zurückhaltendes Verhalten in den vergangenen Wochen als „passiven Optimismus“ und vermutete: „‚Wenn ihr mich dabeihaben wollt und mich höflich bittet, dann komme ich auch.‘ Er wäre der Letzte, der Nein sagen würde.“

Nagelsmanns Kader-Entscheidung erwartet

Manuel Neuer selbst hatte der anhaltenden Debatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach den Wind aus den Segeln genommen. Gänzlich begraben wird das Thema wohl erst am 12. Mai sein, wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft verkünden wird.

Bis dahin dürften die kontroversen Diskussionen und unterschiedlichen Positionen von Experten wie Khedira und Ballack weiter für Gesprächsstoff in der Fußball-Öffentlichkeit sorgen. Die Frage, wer letztlich im Tor der deutschen Nationalmannschaft stehen wird, bleibt damit vorerst unbeantwortet.

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